Über Stock und über Stein – das kann auch ein Stadt(halb)marathon sein

Der Plan nach knapp 10 Jahren meiner Läufer“karriere“ nun doch sich mal (wenigstens) an die halbe Königsdisziplin heranzutrauen, traf ich bereits Anfang des Jahres. Viele werden sich fragen – warum so weit fahren, wenn die schnellsten Rennen doch vor der Tür (Berlin/München) liegen… Die Wahl der europäischen Hauptstadt folge nach dem „2 Fliegen mit einer Klappe“ – Prinzip. Als Großstadtkind liebe ich es generell auf den großen Boulevards zu rennen, und Brüssel – ganz klar – ich war zuvor noch nie dort und das, obwohl mein Cousin dort lebt und als ich dann von seinem Nachwuchs erfuhr – war es an der Zeit das zu ändern und die Entscheidung war gefallen. 6.Oktober Brüssel. Nachdem ich meine letzte Rennen vielleicht nicht wie andere „aus vollem Training heraus“ absolvierte, sondern vielmehr aus „voller Arbeitsbelastung“ heraus – legte ich eine eh schon überfällige Urlaubswoche vor den Lauf und konnte so noch eine kleine “Generalprobe” in den Kitzbühler Alpen absolvieren. Am Freitag reisten Marco und ich dann nach Belgien an und wurden gleich mit SUPER schönem Spätsommer Wetter überrascht. 19°C bis zum späten Abend. Das machte wieder Lust auf kurze Laufhosen, die wir auch gleich nach Ankunft anzogen, um noch mal die ersten 4 km inklusive der Anstiege anzutesten – Ich habe das Gefühl, dass die Hauptstadt Belgiens alle Berge des gesamten Landes beinhaltet 😉

Der Tag X kam dann auch recht schnell und obwohl ich – die sonst NIE krank ist – einen leichten Schnupfen verspürte, fühlte ich mich trotzdem erholt, ausgeruht und fit. UND ich hatte echt Lust auf den Lauf. Wichtigstes Ziel – mit gutem Gefühl finishen – immerhin kann das ja nur eine PB werden – endlich mal wieder 😉 . Ein paar Worte noch zum Rennverlauf : Es ging immer entweder rauf oder runter. Bei 10km stand eine Zeit von 40:30 auf der Uhr, das war auch das einzige mal, dass ich dieser einen Blick würdigte, denn ich wollte (wie beim Triathlon) nach Gefühl laufen und mich nicht von km-Zeiten verunsichern lassen. Leider kam nach Passieren von Km 10 eine lange bergab-Strecke, auf diese würde man sich ja eigentlich freuen, doch ich bekam aufgrund des Rhythmuswechsels extreme Seitenstechen, so dass ich in dem Moment ernsthaft Angst hatte aussteigen zu müssen. Ich nahm Tempo raus und versuchte mit kontrolliertem Atemmuster wieder Entspannung in den Lauf zu bringen. Nach 2,5km lief es wieder rund – glücklicherweise – und so konnte ich mein Tempo halten. Der letzte lange Berg bei Km 16 (1,5km lang) war natürlich noch einmal hart, aber danach sind alle Läufer fast ins Ziel gefallen, denn es ging nur mehr bergab. Ach ja die zeit: 1:25:40…

Leider konnte ich die 3. Dame nicht mehr einholen. Aber für meinen ersten Halbmarathon wäre als Zeil ein Treppchenplatz vielleicht auch zu hoch gegriffen 😉 – aber gewiss ist, das ich mir mein Rennen so gut eingeteilt habe, dass ich Lust auf ein nächstes Mal habe. Aber mit Sicherheit ohne einen Höhenmeter! Und jetzt folgt: Recovery!

Zufrieden sein will gelernt sein

Gestern startete ich das erste mal bei einem Deutschen Meisterschaftsrennen in der Leichtathletik. 10km Straßenlauf war angesagt. Die Teilnahme war eher zufällig als darauf hingearbeitet. Da ich in zwei Wochen meinen ersten Halbmarathon in Brüssel laufen werde, wollte ich nach Abschluß der Tri-Saison mal wieder einen 10er zur Standortbestimmung laufen. Und da das Datum mit einem meiner Dienstfreien Wochenenden kollidierte, freute ich mich, dass ich endlich mal für die Stadtwerke München bei einem Meisterschaftsrennen starten konnte (auch wenn nur der 5. Platz der Mannschaft dabei rauskam). So bin ich also ohne große Erwatungen an den Start gegangen. Denn hinter mir lag mal wieder ein 12 Tage non-Stopp-Dienst. Also kann man nun wirklich nicht sagen, dass ich mit 6h/Schlaf im Schnitt ausgeruht an den Start gegangen bin. Natürlich ist es insgeheim immer der Traum eines jeden Läufers mit einer Persönlichen Bestzeit über die Ziellinie zu laufen – aber man darf die aktuellen (Alltags-)Umstände nicht auslöschen und nicht als Ausrede für “schlechte” Leistungen sehen, sondern eher als Ursache.
Angelaufen bin ich sehr reserviert, weil ich in der Vergangenheit zu oft 10km Läufe erlebt habe, bei denen ich spätesten bei Km 6 ans aussteigen gedacht habe. Gereift an Erfahrungen aus dem Triathlon „erstmal warmzuwerden“ bin ich bestimmt als 60. Frau bei Km 1 durchgelaufen und daher war das Gefühl während des Laufes umso toller mindestens 20 Frauen überholen zu können – langsame eine nach der anderen. Weiterhin cool ist, dass ich es das erste mal geschafft habe, den letzten Km (fast) so schnell war wie den ersten zu laufen! So bin ich im Nachhinein wirklich zufrieden, dass ich mit einer 38:22 den Lauf beenden konnte. Auch wenn ich super gerne mal wieder eine 37 vorne stehen gehabt hätte. Aber mit 3 Laufeinheiten pro Woche muss man einfach auch realistische Ziele haben. Das nächste Ziel wird sein einen guten HM zu laufen, bei dem Schmerz und Spaß mindestens ausgewogen sind! Auch wenn in Brüssel bis auf meinen Cousin mich niemand kennen wird, war es in Bobingen sau cool an so vielen Stellen der Strecke angefeuert zu werden. Vielen Dank an alle – das beflügelt immens!

Aller guten Dinge sind DREI

…und weil man aufhören soll, wenn es am schönsten ist – tue ich es auch – aber nur für 2013.

Heute war also mein letzter Triathlon dieser Saison. Nachdem selbige ja holperig gestartet ist, kann man klar sagen, dass ich mich progressiv gesteigert habe.

Gestartet bin ich heute beim 3 MUC Triathlon. Ein Wettkampf quasi vor der Hautür auf bekannten Strecken. Rund um die Regatta wurde heute gekämpft. Ziemlich nervös war ich im Vorfeld. Vielleicht weil es den Charakter eines „Heimrennens“ in meiner neuen Wahlheimat München hatte und viele bekannte Gesichter unter Startern und Zuschauern waren.

Für mich galt es wie immer möglichst fix aus dem – diesmal wirklich – kühlen (19°C) Nass zu kommen um dann auf dem Rad die Beene nicht zu über- aber auch nicht zu unterfordern. Da es eine „brett’l ebene“ Radstrecke war (8x5km), sollte man die Belastung nach einer Runde auch gut einschätzen können. Bis zum Wechsel auf die Laufstrecke hatte ich keine Ahnung wo ich positioniert war, also habe ich einfach mal “getreten was das Zeug hält”, um die im Wasser verlorenen Minuten wieder gutzumachen. Da man auf diesem Rundkurs natürlich einige Frauen überrundete, konnte man aufgrund der kurzen Überholsequenz nur versuchen einzuschätzen ob es ein Überholen oder Überrunden war ;-).

Nach 40km Rad ENDLICH rein in die Laufschuhe. Nach einem Kilometer zum einlaufen, konnte ich mein Wettkampftempo erreichen und lief was das Zeug hält – bis zum Überqueren der Ziellinie. Nach ca. 3 Kilometern habe mich auf die 2. Position vorgelaufen, diese Position konnte ich auch bis ins Ziel beibehalten. Sicher wundert ihr euch, wie es dann doch noch zur Siegespose kam. Die erste Dame hat wohl vergessen, dass es sich nicht um ein Ligarennen handelt – sie wurde nämlich bereits während des Radfahrens mehrfach des Windschattenfahrens ermahnt und schließlich im Ziel dann auch diesbezüglich disqualifiziert.

Wie dem auch gewesen wäre. Mit einer Gesamtzeit von 2:11 bin ich mehr als zufrieden! Danke auch an alle vom MRRC – hat Spaß gemacht mit euch heute.

Und so gehe ich nun das erste Mal mit Vorfreude auf die kommende Saison in die Dreikampfpause! Weiter geht’s mit meiner Lieblingsdisziplin im Solo Modus!

Sommer, Sonne , Sieg

Einen weiteren schönen Triathlon habe ich am vergangenen Wochenende in der Nähe von Freiburg erleben dürfen. Angereist in die sonnenreichste Stadt Deutschlands sind wir bereits am Samstag, um das Wasser und die Umgebung schon mal zu sichten. Im Rahmen des Breisgau Triathlons habe ich bei der Jedermanndistanz mitgemacht. Trotz des Erfolges des vergangenen Wochenendes ging ich ohne große Erwartungen an den Start. Das ist echt das Gute, wenn man in ein Bundesland fährt in dem man weder gelebt noch trainiert hat. Man kennt keine Namen auf der Startliste, keine Strecken, keine Wettkämpfe und daher auch keinen Stress. Ich finde das manchmal ganz vorteilhaft – auch wenn man sagt, dass Konkurrenz das Geschäft belebt 😉 aber so konnten Marco und ich am Samstag abend noch ganz entspannt einen tollen Sommerabend in der Universitätsstadt Freiburg genießen und wurden am Sonntag früh auch noch mit ordentlich Sonne geweckt. Den See hab ich bereits am Vortag angetestet. Ruhiges Gewässer- 700m Dreieckskurs – Männer und Frauenstart zwar gleichzeitig, aber räumlich getrennt -> auch ne feine Sache. Schwimmen natürlich ohne Neo. Aber so musste man sich wenigstens nicht mit dem Ausziehen plagen. Ich glaube so langsam ist meine Panik bei Massenstarts im Triathlon geheilt, denn auch diesmal hab ich einfach bei dem Gerangel mitgemacht, anstatt auszuweichen. Nach knapp 12 Minuten konnte ich auch schon wieder auf festem Untergrund den Beinen freien Lauf lassen. Zunächst zum Rad, dann auf dem Rad. Mit selbigem über die am Tag zuvor noch als so idyllisch bezeichneten Weinberge beim Rennen doch nun eher als anstrengend steil empfunden. Insgesamt hatte die 32km kurze Strecke knapp 320 hm – verteilt über 2 Anstiege, aber trotz der Kürze hatte diese es echt in sich. Daher konnte ich auch nicht so ganz locker auf die ebenfalls leicht profilierte (insgesamt zwar nur 70hm) 7,5km Laufstrecke gehen. Dass ich aus dem Wasser nicht als 1. Frau kam, ist selbstredend, aber auf dem Rad konnte ich bereits ein paar Frauen gutmachen, jedoch hatte ich keine Ahnung an welcher Position ich während des Radsplits stand. Aber als ich dann nach über einer Stunde Wettkampf auf die Laufstrecke wechselte und dort ein Fahrrad mit der Markierung “1.Frau” auf mich wartete, war ich echt total überrascht und erleichtert. Allerdings weiß ich ja selbst, dass ein Triathlon erst auf der Ziellinie beendet ist… Jedenfalls wollte ich unter allen Umständen noch meine Laufstärke unter Beweis stellen! Nicht ganz so locker flockig wie die Woche zuvor konnte ich die 2 Runden meistern, jedoch wurde der Abstand zu der Zweitplazierten immer größer und ich konnte mit großer Mühe mein angepeiltes Tempo halten und am Ende mit knapp 5 Minuten Vorsprung den 2.Sieg meiner noch so jungen Triathlon-“Karriere” feiern. Leider fehlten mir 40s zum Streckenrekord. Aber so habe ich ja noch Ziele für das nächste Jahr 😉

Jetzt heißt es aber erstmal 12 Tage durcharbeiten, denn am kommende Wochenende lautet mein Wettkampf: “Die Nächte in der Notaufnahme so gut wie möglich bewerkstelligen”.

Presseartikel Badische Zeitung

Nach 3 Jahren Schweiß und Tränen – Endlich die Belohnung

Mein allererster Gesamtsieg der Frauen beim 5. Main-Post Mainfrankentriathlon (Olympische Distanz)!

Nachdem ich meine Wettkampfplanung aufgrund der neuen Dienstplansituation komplett umwerfen musste, kam die Wahl für die Wettkämpfe im August erst vor 2 Wochen zustande. Und als ich in der Ausschreibung las: „Der Triathlon mit dem besonderen Flair und der schnellsten Schwimmstrecke“ – war die Entscheidung schnell gefallen.

Angereist sind Marco und ich bereits am Freitag abend, denn nach vielen stress-geplagten Anreisen in der Vergangenheit zu diversen Wettkämpfe gingen wir hier auf Nummer sicher – und das war auch gut so! Nachdem der Start erst um 13h war, konnte ich nach einer 6h-Schlaf-pro-Nacht Woche wenigsten einmal ausschlafen. Wetter war perfekt, Hotel gleich um die Ecke – alles gute Vorraussetzungen dafür, dass es zu keinen Aufregungen vor dem Start kommen konnte. Da flussabwärts geschwommen wurde, wurden die Athleten mit Bussen zu dem 1,6km entfernten Start gebracht. Trotz 22° Wassertemperatur war der Neo erlaubt. Umso besser.

Keine Angst vor dem Schwimmstart war zu verspüren, und das obwohl 600 Menschen sich in dem breiten Fluss bereit hielten. Aber mich kannte keiner, es gab keine Erwartungen außer Spaß an der Freude!

Mein persönliches Ziel war heute: Wasserschatten suchen und halten. Rückblickend würde ich sagen 50% der Strecke ist mir das auch gelungen. Immerhin ;-). Anders als bei den Bundesliga-Wettkämpfen kam ich natürlich nicht als einer der letzten aus dem Wasser – das ist schon mal ein gutes Gefühl. Nachdem ich dann etwas zu kämpfen hatte beim Ausziehen des Neos, ging es auch gleich raus auf die Radstrecke. Hier gab es noch eine Neuheit: Ich hatte meine neuen Aero Laufräder am Rad! Nach 40km Radfahren durch den Weinlandkreis kam ein super schneller Wechsel auf die Laufstrecke, bei dem ich bereits 1 weitere Position gutmachen konnte. Drei Frauen waren bereits vor mir auf der Laufstrecke. Die erste knapp drei Minuten vorweg – auf 10km schon eine Hausnummer. Aber ich ließ mich dadurch nicht aus der Ruhe bringen, versuchte einfach mein Tempo in meinem Rhythmus zu laufen. Wie ich später erfahren habe war ich deutlich schneller unterwegs als meine Konkurrentinnen… das hätte ich zu diesem Zeitpunkt aber nie für möglich gehalten. Die dritte Frau konnte ich bereits nach den ersten Kilometer einsammeln, bei Kilometer Vier holte ich die zweite Frau… und als es auf die zweite Laufrunde ging, sah ich in noch weiter Ferne die erste Frau in Radbegleitung „1. Frau“… Weiter im Takt konnte ich bergauf bei Kilometer Sechs die Vorjahressiegerin überholen und den Sieg nach weiteren vier Kilometern ins Ziel bringen. Wow. Das war was!

Unverhofft kommt oft

Unverhofft kommt oft

Letzte Woche habe ich mich ziemlich spontan dazu entschieden mal wieder einen reinen Laufwettkampf zu bestreiten. Eigentlich mit dem Hintergrund dem Trainingsalltag – statt Tempotraining auf Bahn – mal eine Abwechslung zu bieten. Und was lag näher als ein Wettkampf abends im Olympiapark?!

Das hieß natürlich, dass ich auch regulär arbeiten war an dem Tag. Normalerweise achten die Anästhesisten immer ziemlich strikt darauf, dass unsere OP Zeiten nachmittags genau einhalten werden. Aber wie es so kommen musste, war das an diesem Tag nicht möglich, da es sich um eine komplexe OP handelte. Von eingangs geplanten 5 Stunden sind dann ganz schnell 7 Stunden geworden und mein Start um 19:30 stand bis 18:30 noch auf der Kippe. Aber ich dachte mir, es soll ja eh nur ein “Trainingslauf” werden und dann versuch ich halt das Beste draus zu machen – wohl wissend, dass ich erst um 17:35 den OP Saal verlassen konnte. Das Radeln von Großhadern nach Stadtmitte und dann zum Olypark sah ich als Triathletin als ein “warm-up” an 😉 . Als ich dann um kurz vor 19h am Start eingetroffen war, hatte ich mich doch sehr gefreut, dass ich meinem Start noch eine Chance gab, denn die Veranstalter hatten wirklich ein riesen Event dort auf die Beine gestellt. Da war der Stress von der Anreise fast vergessen und ich freute mich – ohne Druck – dort gemeinsam mit knapp 1000 anderen Läufern den (halben) Olyberg zu erklimmen. Zufälliger Weise traf ich noch einen Trainer vom MRRC, der mich einen Teil der Strecke netterweise begleitete – Danke Alex!

Und im Endeffekt konnte ich auch mit einer sehr guten Zeit – in Rücksicht auf Hitze und einer für eine Berlinerin extrem bergigen (verzeiht mir Bayern!) Strecke (!!) – den Sieg für mich entscheiden. Natürlich war dieser Lauf mehr eine Spaßveranstaltung als ein Saisonhöhepunkt, aber eine schöne Belohnung für einen anstrengenden und zeitlich sehr knappen Tag. Und ich wurde auch noch mit einem RIESEN Glas Erdinger Alkoholfrei geehrt, so dass ich nun endlich mal nachvollziehen kann, wie es den Profis immer geht bei den Siegerehrungen 😉 !

Einmal BuLi und zurück

Und wieder ein Bundesligaeinsatz liegt hinter mir. Diesmal in Verl bei Gütersloh. Aufgrund eines kurzfristigen Wechsels des Austragungsortes war die Anreise aus München für mich wieder sehr umständlich (Flug + Mietwagen).
Ich könnte wieder ausholen, was die Tage zuvor alles ereignisreiches passiert ist, allerdings beschränke ich mich auf die Tatsache, dass ich 2 Tage vor dem Rennen einen Fahrradunfall hatte, bei dem ich glücklicherweise bis auf eine ziemlich schmerzvolle Nasenbein- und Rippenprellung und multiple Schürfwunden mit dem Schrecken davon gekommen bin.
Mit einer dicken Nase bin ich dann mit dem Flieger am Samstag nach NRW angereist. Gleich nach Ankunft machte ich mich mit dem Verler See vertraut. Super war, dass die Bojen bereits ins Wasser gelassen wurden. Ein kleiner feiner See. Sehr gut. Und dann noch die Streckenlänge mit nur 600m ließen keine großen Sorgen gegenüber des Schwimmens zu. Da konnte auch die warme Wassertemperatur von 22° keine negativen Gedanken erzeugen!
Start war am frühen Nachmittag. Ich freute mich richtig auf das Rennen, weil mit 600m schwimmen (Neoverbot) und meinen positiven Erfahrungen vom Wettkampf letzter Woche ging ich mutig in die erste Disziplin. Diesmal konnte ich sogar ein paar Mädels hinter mir lassen beim Schwimmen.
Gemeinsam mit einer Teamkollegin gings in Laufschritt aufs Rad, zunächst gemeinsam, dann entschloss ich mich aber die restlichen Km alleine weiter zu fahren, da ich mich ziemlich fit fühlte und schnell auf die Laufstrecke wollte 😉 und das Gefühl hat sich bestätigt – zweit schnellste Laufzeit (18:10 – bei ca. 5km , denke es waren eher 4,8) – damit lässt sich ein Wettkampf gerne beenden. Leider konnte ich nur noch insgesamt 7 Mädels hinter mit lassen. Aber es wurden von Wettkampf zu Wettkampf mehr 😉

Leider trübte den Wettkampf ein Sturz einer der vorderen Radgruppen, in der auch eine Teamkollegin mitfuhr. Glücklicherweise konnte ich noch während des Radfahrens durch unsere Helfer erfahren, dass es ihr gut ging. Eine andere Athletin ist anscheinend so schwer verletzt worden, dass sie zur weiteren Abklärung ins Krankenhaus musste. Ich wünsche allen beteiligten Mädels gute Besserung!

Volltreffer!

Ein weiterer Triathlon ist Geschichte. Nachdem ich dieses Jahr mehr denn je frustriert aus den bisher bestrittenen Triathlon Rennen gegangen bin, ließ ich mir die Motivation nicht nehmen. Letzte Woche beschloss ich, das freie Wochenende (was ja für mich, aufgrund der Dienstpläne, eher eine Seltenheit als die Regel ist) für einen Wettkampf meiner Wahl zu nutzen. Allerdings kam eine neue berufliche Herausforderung auf mich zu. Ich habe diese Woche auf der Plastischen Chirurgie angefangen und wurde überraschend an unseren Standort nach Großhadern am Rande der Stadt eingeteilt, dass bedeutet eine 10km Distanz, die ich in der ersten Woche mit dem Rad bewältigte. Das wiederum bedeutete eine Stunde weniger Schlaf morgens ;-(.

Es gab dieses Wochenende relativ viele Angebote in Bayern. Die Entscheidung fiel auf eine Sprintdistanz mit abgänderter Streckenzusammensetzung. Der 22. Eschenbacher Volkstriathlon. Für mich natürlich optimal: 0,6 – 25 – 5 . Und noch besser: Start 14h.

Als zusätzliches Schmankerl durfte ich von einem Bekannten gute Laufräder ausleihen. Das machte natürlich noch mehr Lust auf den Wettkampf, denn das Material spielt ja in der Triathlonwelt doch eine große Rolle – wenn auch teilweise nur optisch ;-).

Das einzige Übel war die Entfernung – 250km von München. Trotz der großzügig errechneten Anfahrtszeit, stand der Start kurzfristig in den Sternen, denn es gab vorübergehen eine Totalsperrung auf der Autobahn! Der eigentlich Plan vorher noch bei einem Radladen einen Aerobar zu besorgen (mein eigener lag unglücklicherweise in Berlin) musste aufgrund der Sperrung leider aufgegeben werden. Naja dafür hatte ich ja die flotten Räder.

Rechtzeitig angekommen zunächst ein Blick auf den See. Ruhig wie im Schwimmbad! Das entspannte meine allgemeine Sorge bezüglich der ersten Disziplin maximal.

Gestartet wurde in einer Welle, was bei knapp 100 Athleten auch vertretbar war. Allerdings – zur Überraschung vieler – Neoverbot! Nachdem ich in den letzten Wochen mehrfach über mein Schwimmverhalten im Wettkampf mit meinem Trainer gesprochen hatte, war es das erste Mal – seit ich diesen Sport betreibe – dass ich von Anfang bis Ende in einer Gruppe, trotz Rempelei , mitschwimmen konnte. Für mich ein einmaliges Erlebnis – TOLL – es hat endlich mal geklappt. So kam ich nach 9:30 min als 4. Frau aus dem Wasser. Nun galt es: schnell zu wechseln, und soweit es auf dem Rad geht, Position und Zeit gut zu machen. Die Radstrecke hatte es mit 110hm auch in sich. Die Wendepunktstrecke wurde zweimal durchfahren, so dass ich nach einem Viertel etwa sehen konnte wie weit die anderen vor mir sind. Kurz vor Schluss konnte ich sogar die 3. Frau noch überholen, so dass ich als 3. Auf die Laufstrecke gehen konnte. Marco rief mir zu, dass die erste Frau „nicht allzu weit weg sei“ – was mit 3 min leicht untertrieben war 😉 aber vom ersten bis zum letzten Schritt konnte ich die wellige Laufstrecke optimal bewältigen und kann mit einer 5km-Zeit von 18:50 (handgestoppt) auch sehr zufrieden sein. Leider fehlten mir am Ende doch 17s auf die erste Frau, wer weiss ob der fehlende Aerobar das noch hätte wettmachen können?!

Fazit: Triathlon macht wieder Spaß und hat gezeigt, dass bis zum letzten Meter noch alles offen ist. Und noch was: Laufräder haben schon was… tolles !

Bundesliga Nummer Zwei – au wei… auch dieser Streich ist nach dem Schwimmen vorbei

Olympische Distanz. Für mich der längste Wettkampf seit ich solche bestreite. 1,5km Schwimmen. An sich kein Problem – aber im offenen Gewässer – immer wieder eine Herausforderung. Nachdem ich extra 2 Tage vorher nach Eutin gereist bin um mich mit den Strömungen des Sees vertraut zu machen, war das Resultat am Ende des Wettkampfs eher bescheiden. Aber ich und auch mein Team dürfen nicht vergessen, dass ich noch vor 2 Jahren es nicht geschafft habe einen Wettkampf komplett durchzukraulen, da ich jedes Mal unter Stress unter Panikattacken litt. Immer wenn solche Panikattacken auftraten, musste ich erstmal ein paar Züge Brust schwimmen. Und auch am Wettkampftag in Eutin musste ich mit Wellen und Strömung kämpfen. Aber diesmal ließ ich mich nicht einmal aus meinem – wenn auch zu gemütlichen – Rhythmus rausbringen. Doch leider half das am Ende im Vergleich mit den Leistungen der anderen Mädels nichts und ich verließ mit etwa 10 Sekunden Rückstand als letzte Frau das Wasser. Dank meines schnellen Wechsels konnte ich bereits eine Frau einholen. Als Vorletzte nun ab auf die Radstrecke, auf der ich leider keinen weiteren Platz gutmachen konnte. Nach 40km ohne auch nur einmal den Genuß des Windschattens genießen zu dürfen, schlüpfte ich geschwind in die Laufschuh und versuchte alles was physisch und psychisch noch machbar war aufzulaufen. Am Ende stand dann ein 33. Platz auf der Liste. Zufrieden kann man das nicht nennen und ein Motivationsschub ist auch was anderes. Für die kommenden Wochen werde ich noch einmal in mich gehen und versuchen mit ein paar Triathlons mit Windschattenverbot versuchen mir zu beweisen, dass ich ordentlich trainiert habe und das dann auch mit einem guten Wettkampfergebnis zu zeigen.

Ausflug in die Rad- und Schwimmwelt

Die letzte Arbeitswoche auf der Intensivstation beinhaltete noch ein paar Freizeitausgleichtage. Da kam mir das Angebot eines bekannten, der dem BMW Radteam angehört, ganz recht mal spaßeshalber bei einem Einzelzeitfahren im Norden von München mitzumachen. Ich weiß nicht, ob ich mich alleine zu den Männern gesellt hätte, aber spontaner weise hatte eine Trainingskollegin auch Lust und so fuhren wir zwei mit unseren Rennrädern (und keinen Zeiträdern mit Scheibe, Schnabelhelm o.Ä. im Gepäck) zum vereinbarten Treffpunkt. Das Wetter auf der Fahrt dahin , ließ schon kurzfristig auf eine Absage des Rennens hinmuten, aber die 15 mutigen und wettertrotzigen Radler, ließen sich das Rennen trotz düsterem Himmel und nassen Straßen nicht nehmen. So nun konnten wir da auch nicht mehr raus, denn wir waren ja extra angefahren. Das auspacken der Räder zögerten wir noch ein wenig hinaus, weil wir extrem beeindruckt von den Maschinen waren, die die Jungs auspackten. Ich hatte noch nicht mal einen Aerolenker im Gepäck, geschweigedenn ein Carbonbike oder selbige Felgen. Aber so ging ich mit den Einstellung ran: Jeder Wettkampf ist besser als Training. Ich fuhr die 16,1km mit meinem Bekannten zunächst ein. Also ein Warmup war das bei weitem nicht, zum Glück hatte ich in der Eile meinen Pulsgurt vergessen umzumachen…Nachdem die Strecke recht einfach war, ging es dann auch pünktlich los, und die Männer (und wir 2 Mädels) starteten im 30s Takt. Gut, dass ich überholt wurde, war selbstredend, aber an dem 2. Mann versuchte ich den Abstand vor allem an den Anstiegen wieder zu verringern – was mir auch gelung – nur leider konnte ich ihm nicht mehr folgen, als es die letzten 3km nur noch flach geradeaus ging! Am Ende stand bei mir eine km/h Schnitt von 34,8 auf dem Tacho bei insgesamt 105hm. Und der Puls war maximal bei 180 – das war selbst ein Novum für mich auf 2 Rädern. Und es war echt eine super Idee, was ich sicher gerne wieder als Trainingseinheit mitmachen werde.
Um die Woche der außergewöhnlichen Trainingsreize zu komplettieren, meldete ich mich am Samstag bei der 1km Distanz des Münchener Langschwimmen auf der Ruderregatta an. Also ich die Meldeliste mit 400 Startern sah und die gemeinsame Startzeit der 4 und 1km Distanz, klopfte mein Herz ganz schön. Massenstarts sind ja mit das schlimmste für mich beim Freiwasserschwimmen. Aber genau da liegt der Punkt – das muss geändert werden und am besten gleich am Samstag. So ging ich mit meinem Neo und der restlichen Masse der Schwimmer in das Wasser der Ragattastrecke und versuchte nicht zu viel drüber nachzudenken. Und dann ging’s auch schon los. Eingereiht hatte ich mich (wie die meisten der 1km Schwimmer) eher mittig vom See und am Rand der Athletenmasse, nach ein zwei Kontakten mit anderen Schwimmer kam ich gut in meinen Rhythmus und schwamm (glaub ich) auch recht gute Linien zwischen den Bojen. Leider hatte ich wieder niemanden bei dem ich Wasserschatten üben konnte. Aber es lief trotzdem so rund, dass ich als Dritte Frau das Wasser verlassen konnte und darüber war ich echt sehr überrascht und total glücklich dass ich den Wettkampf mitgemacht hatte. Und nun bleibt mir nur noch zu hoffen, dass bei den kommenden Triathlons ich einen ruhigen See ohne Unebenheiten oder Strömungen vor mir finde, das wäre jetzt eigentlich mal wieder an der Reihe!