Ende gut alles gut

Ein altbewährter Satz, der doch so oft zutrifft. Auch für meine Saison 2015. Diese endete mit dem Zieleinlauf meiner ersten „echten“ Mitteldistanz am 17.Oktober in dem schönen Ort „Paguera“ auf Mallorca. Die Entscheidung bei der Half- Challenge mitzumachen fiel Ende August, quasi aus der Not des „Nicht – Laufen – Könnens“ – geboren. Manchmal sind ja Verletzungen auch für was gut, denn wahrscheinlich hätte ich mir die Mitteldistanz sonst gar nicht zugetraut. Genau 8 Wochen vor der Halbdistanz bin ich mit einem Dauerlauf erst wieder in das Lauftraining eingestiegen. Zuvor bin ich tatsächlich 9 Wochen keinen Schritt gelaufen (ich musste das gerad selbst nochmal nachzählen).

Von daher bin ich mit einer guten Rad-, einer „slow-but-steady“ -Schwimm- und einer mäßigen Laufgrundlage an die Startlinie getreten. Angereist sind wir an meinem ersten Urlaubstag und Mallorca empfing uns zwar mit ein paar Regentropfen, aber das sollte es auch bis zu unserer Abreise gewesen sein. Die Insel präsentierte sich mal wieder von ihrer besten Seite. Die Stadt war voll auf Triathlon eingestellt, neben den „normalen“ Touristen konnte man vier Tage lang alle möglichen „Spezies“ von Athleten bewundern.
Drei Tage hatte ich Zeit mich zu akklimatisieren bevor es „Race-day“ hieß. Die letzten Tage vor dem Rennen haben sich gut angefühlt und seltsamerweise konnte ich sogar besser schlafen als vor manch anderem 10km-Lauf. Vermutlich, weil ich einerseits genug Zeit hatte meine Leistung während des Wettkampfs abzurufen, ich andererseits diesmal keine Angst vorm Schwimmen haben brauchte (da das Thema „ Gedränge“ bei 50 Mädels im weiten Meer zu vernachlässigen war) und außerdem die Vorgabe von der Trainerin war „Locker schwimmen, ordentlich Radfahren und dann mit einem Lächeln ins Ziel laufen“ und genau so hab ich versucht das Rennen zu absolvieren.

Am meisten hatte ich Sorge vor einer Radpanne. Doch glücklicherweise blieb ich davon verschont! Selbstredend habe ich trotzdem keinen Genussausflug betrieben, aber der Körper zeigt einem schneller als man denkt bei einer hohen Dauerbelastung wo die eigenen Grenzen liegen, so musste ich nach Km 70 etwas „Fuß vom Gas/Pedal“ nehmen, da ich bei der tiefen Inspiration einen Reizhusten entwickelte. Beim Laufen merkte ich davon glücklicherweise nichts mehr, allerdings bin (gefühlt) ich die 21km eher gejoggt als gerannt, das lag vielleicht auch daran, dass die Strecke äußerst anspruchsvoll war: es galt vier Runden durch die Touristenavenue, inklusive Treppen abwärts, mehrfachen Anstiegen und 180 Grad Wendepunkten zu absolvieren. Nichts für Bestzeiten also und laut Garmin wurden sogar 213hm absolviert. Benötigt habe ich für den gesamten Wettkampf lange 5 Stunden und 6 Minuten. Belohnt dafür wurde ich mit dem 3. Platz in meiner AK und dem 4. Gesamtplatz Frauen (exklusive der Profifrauen, die allerdings auch zu einem früheren Zeitpunkt gestartet sind).

Fazit: bis auf das Laufen bin ich sehr zufrieden. Der Spaß war auf jeden Fall dabei, so dass es definitiv nicht meine erste und letzte Mitteldistanz war! Aber die nächste folgt dann doch erst im kommenden Jahr, denn jetzt heißt es, wie bei so vielen anderen Athleten auch, Saisonpause. Derzeit steht in meinem Trainingsplan „Sport nach Lust und Laune“. Auch das gehört zur Saisonplanung dazu. Und die werde ich weiterhin mit Julia und Tom (www.viellehner-running.de) betreiben. Ich denke das erste Jahr einer Zusammenarbeit ist immer durchwachsen. Wichtig ist, dass man aus Fehlern lernt, sich besser kennen und einschätzen lernt und ich denke dass wir viel aus dem Jahr 2015mitgenommen haben und das nächste Jahr 2016 hoffentlich ein paar schöne Ergebnisse bringen wird.