Sommer, Hitze, Frust… Warum?

Sommer, Hitze, Frust…. Warum?

Wie ich schon in meinem letzten Post angedeutet habe, quäle ich mich schon seit dem Wettkampf in Saalfelden mit einer Wadenverletzung herum. Naiv und optimistisch habe ich geglaubt, dass das schon nach 1-2 Wochen wieder weggehen wird – frei nach dem Motto: „Was schnell kommt, geht auch schnell wieder“…aber leider hatte mein Körper da eine andere Strategie, nämlich mich bis zum heutigen Tage zu eine Zwangslaufpause zu zwingen. Mitten in der Saison. Da ist ungefähr das bitterste was man sich vorstellen kann, denn meine Wettkämpfe waren schon längst geplant, die Dienstplanwünsche demnach gestellt worden – also alles top organisiert – schön…aber Planung ist auch nicht alles – Kopf und Körper müssen da an einem Strang ziehen. Die Gründe für diese lästige Verletzung liegen klar auf der Hand – die Balance zwischen Be- und Entlastung hat einfach nicht gestimmt.
Zusätzlich stand noch eine Kongressreise nach Mailand an, die auch mit viel Stress im Vorfeld einherging, denn ich hielt meinen ersten internationalen Vortrag auf Englisch. Bei dem kurzen Aufenthalt in Mailand hab ich es mir dennoch nicht nehmen lassen (da ich eh nicht laufen konnte) ein paar Schwimmbecken auszutesten und musste wieder feststellen wie super man in den südlichen Ländern im Becken trainieren kann, die Becken sind komplett in Bahnen aufgeteilt – so dass einem keine Rückenschwimmer im Weg waren 😉
Zurück zu der Dysbalance… Da muss ich mich nämlich ganz klar an meine eigene Nase fassen. Es ist super, dass ich es auch an den anstrengendsten Kliniktagen noch schaffe das geplante Training durchzudrücken… geht ja alles… aber eben nur für den Moment – der Körper verzeiht (mir) nichts….
Jeden Tag aufs neue aufstehen, ein paar Schritte gehen und dann wieder erinnert werden, dass auch heute kein Laufen möglich ist…ist nicht gerade der beste Start in den Tag . Glücklicherweise hab ich zum einen meinen Beruf der mich täglich 10h davon abhält auch nur kurz Trübsal zu blasen, und zum anderen ist ein Vorteil der Triathleten, dass es ja bei uns noch 2 andere Disziplinen gibt – in meinem Fall auch jene, die eigentlich mehr Aufmerksamkeit bedürfen – so dass man sich folglich doch im Training dort mehr reinhängen könnte. Theoretisch….aber praktisch tut es doch weh, wenn Woche für Woche vergeht und gefühlt nichts voran geht in der Heilung. Ein Versuch nach 4 Wochen einen 10km Dauerlauf zu absolvieren endete mit noch stärkeren Schmerzen und der Entscheidung doch mittels MRT nachzuschauen ob nicht mehr kaputt ist…glücklicherweise hab ich es nicht bis zum Ermüdungsbruch geschafft. Aber vielleicht wäre ein Bruch doch die schnellere Heilungsvariante gewesen – als diese lästige Knochenhautentzündung und Sehnenreizung….Wer mich kennt, weiß dass ich nicht abschalten, akzeptieren dass ruhe angesagt ist und komplett Pause machen kann/möchte. So dass ich z.B. die geplanten 2 Wettkämpfe in Kulmbach und Niedernberg als swim- bike durchgezogen hab. In Kulmbach beim Bayernligarennen konnte ich von Position 16 nach dem Schwimmen auf Position 2 in die Laufschuhe wechseln… das zeigt mir dass ich wenigstens im Radeln keine Leistungseinbuße in Kauf nehmen musste. Auch in Niedernberg bin ich recht flott gefahren – trotzdem ist es nicht gerade leicht nach einem guten Radsplit in die Laufschuhe zu wechseln und locker auszutraben 300m und dann stehen zu bleiben – zumal ich noch nie ein Rennen abgebrochen habe. So sieht’s aus. Aber ich hoffe dass ich meine Radform durch die vermehrten Einheiten etwas pushen kann und vielleicht trau ich mir doch noch im Oktober eine Mitteldistanz zu. Das geht natürlich nur, wenn ich wieder laufen kann. Aber bin guter Dinge dass das in den nächsten Tagen wieder wird.