Über Stock und über Stein – das kann auch ein Stadt(halb)marathon sein

Der Plan nach knapp 10 Jahren meiner Läufer“karriere“ nun doch sich mal (wenigstens) an die halbe Königsdisziplin heranzutrauen, traf ich bereits Anfang des Jahres. Viele werden sich fragen – warum so weit fahren, wenn die schnellsten Rennen doch vor der Tür (Berlin/München) liegen… Die Wahl der europäischen Hauptstadt folge nach dem „2 Fliegen mit einer Klappe“ – Prinzip. Als Großstadtkind liebe ich es generell auf den großen Boulevards zu rennen, und Brüssel – ganz klar – ich war zuvor noch nie dort und das, obwohl mein Cousin dort lebt und als ich dann von seinem Nachwuchs erfuhr – war es an der Zeit das zu ändern und die Entscheidung war gefallen. 6.Oktober Brüssel. Nachdem ich meine letzte Rennen vielleicht nicht wie andere „aus vollem Training heraus“ absolvierte, sondern vielmehr aus „voller Arbeitsbelastung“ heraus – legte ich eine eh schon überfällige Urlaubswoche vor den Lauf und konnte so noch eine kleine “Generalprobe” in den Kitzbühler Alpen absolvieren. Am Freitag reisten Marco und ich dann nach Belgien an und wurden gleich mit SUPER schönem Spätsommer Wetter überrascht. 19°C bis zum späten Abend. Das machte wieder Lust auf kurze Laufhosen, die wir auch gleich nach Ankunft anzogen, um noch mal die ersten 4 km inklusive der Anstiege anzutesten – Ich habe das Gefühl, dass die Hauptstadt Belgiens alle Berge des gesamten Landes beinhaltet 😉

Der Tag X kam dann auch recht schnell und obwohl ich – die sonst NIE krank ist – einen leichten Schnupfen verspürte, fühlte ich mich trotzdem erholt, ausgeruht und fit. UND ich hatte echt Lust auf den Lauf. Wichtigstes Ziel – mit gutem Gefühl finishen – immerhin kann das ja nur eine PB werden – endlich mal wieder 😉 . Ein paar Worte noch zum Rennverlauf : Es ging immer entweder rauf oder runter. Bei 10km stand eine Zeit von 40:30 auf der Uhr, das war auch das einzige mal, dass ich dieser einen Blick würdigte, denn ich wollte (wie beim Triathlon) nach Gefühl laufen und mich nicht von km-Zeiten verunsichern lassen. Leider kam nach Passieren von Km 10 eine lange bergab-Strecke, auf diese würde man sich ja eigentlich freuen, doch ich bekam aufgrund des Rhythmuswechsels extreme Seitenstechen, so dass ich in dem Moment ernsthaft Angst hatte aussteigen zu müssen. Ich nahm Tempo raus und versuchte mit kontrolliertem Atemmuster wieder Entspannung in den Lauf zu bringen. Nach 2,5km lief es wieder rund – glücklicherweise – und so konnte ich mein Tempo halten. Der letzte lange Berg bei Km 16 (1,5km lang) war natürlich noch einmal hart, aber danach sind alle Läufer fast ins Ziel gefallen, denn es ging nur mehr bergab. Ach ja die zeit: 1:25:40…

Leider konnte ich die 3. Dame nicht mehr einholen. Aber für meinen ersten Halbmarathon wäre als Zeil ein Treppchenplatz vielleicht auch zu hoch gegriffen 😉 – aber gewiss ist, das ich mir mein Rennen so gut eingeteilt habe, dass ich Lust auf ein nächstes Mal habe. Aber mit Sicherheit ohne einen Höhenmeter! Und jetzt folgt: Recovery!