Zufrieden sein will gelernt sein

Gestern startete ich das erste mal bei einem Deutschen Meisterschaftsrennen in der Leichtathletik. 10km Straßenlauf war angesagt. Die Teilnahme war eher zufällig als darauf hingearbeitet. Da ich in zwei Wochen meinen ersten Halbmarathon in Brüssel laufen werde, wollte ich nach Abschluß der Tri-Saison mal wieder einen 10er zur Standortbestimmung laufen. Und da das Datum mit einem meiner Dienstfreien Wochenenden kollidierte, freute ich mich, dass ich endlich mal für die Stadtwerke München bei einem Meisterschaftsrennen starten konnte (auch wenn nur der 5. Platz der Mannschaft dabei rauskam). So bin ich also ohne große Erwatungen an den Start gegangen. Denn hinter mir lag mal wieder ein 12 Tage non-Stopp-Dienst. Also kann man nun wirklich nicht sagen, dass ich mit 6h/Schlaf im Schnitt ausgeruht an den Start gegangen bin. Natürlich ist es insgeheim immer der Traum eines jeden Läufers mit einer Persönlichen Bestzeit über die Ziellinie zu laufen – aber man darf die aktuellen (Alltags-)Umstände nicht auslöschen und nicht als Ausrede für “schlechte” Leistungen sehen, sondern eher als Ursache.
Angelaufen bin ich sehr reserviert, weil ich in der Vergangenheit zu oft 10km Läufe erlebt habe, bei denen ich spätesten bei Km 6 ans aussteigen gedacht habe. Gereift an Erfahrungen aus dem Triathlon „erstmal warmzuwerden“ bin ich bestimmt als 60. Frau bei Km 1 durchgelaufen und daher war das Gefühl während des Laufes umso toller mindestens 20 Frauen überholen zu können – langsame eine nach der anderen. Weiterhin cool ist, dass ich es das erste mal geschafft habe, den letzten Km (fast) so schnell war wie den ersten zu laufen! So bin ich im Nachhinein wirklich zufrieden, dass ich mit einer 38:22 den Lauf beenden konnte. Auch wenn ich super gerne mal wieder eine 37 vorne stehen gehabt hätte. Aber mit 3 Laufeinheiten pro Woche muss man einfach auch realistische Ziele haben. Das nächste Ziel wird sein einen guten HM zu laufen, bei dem Schmerz und Spaß mindestens ausgewogen sind! Auch wenn in Brüssel bis auf meinen Cousin mich niemand kennen wird, war es in Bobingen sau cool an so vielen Stellen der Strecke angefeuert zu werden. Vielen Dank an alle – das beflügelt immens!