Verletzt

Normalerweise nutzt man die sozialen Medien um von seinen Erfolgen und den schönen Dingen des Lebens zu berichten. Aber was ist, wenn nicht nur die Erfolge, sondern überhaupt jegliches geregeltes Training seit nun mehr 14 Wochen nicht auf dem möglich ist? Klar am Anfang lässt nimmt man es relativ locker, und versucht sich mit Sätzen wie „eigentlich hat jeder Triathlet Ende September Saisonpause“, „So bringt auch jeder wunde Punkt und jede Verletzung gute Dinge mit sich, auch wenn wir das oft erst sehr viel später erkennen“ (darauf warte ich noch immer) oder „du kannst dich doch auf den Erfolgen der vergangenen Saison ausruhen und dich drüber freuen“…aufzubauen oder die Situation erträglich zu reden. Aber wisst ihr was? Nach 14 Wochen kann ich keinen dieser Sätze mehr hören und meine Geduld ist tatsächlich am Ende. Und was hilft mir das? Gar nichts. Und gerade jetzt in der Weihnachtszeit geht es mir tierisch auf die Nerven, dass ich nicht laufen kann. Keine Winterlaufserie, kein Silvesterlauf und überall um mich rum die feinsten Leckereien und das Gemeine: der Körper hat sich sehr schnell an das „Nicht-Laufen“ gewöhnt und arbeitet nur noch auf Sparflamme. Und das drückt die Stimmung noch weiter nach unten. Und genau deshalb will ich das auch mal hier so ehrlich beschreiben. Denn wenn alles gut läuft, das Training und dessen Ergebnisse passen und nichts einem ständig dazwischenfunkt, ist es viel leichter die „positiven“ Posts der anderen (Sportler) anzuschauen. Aber mittlerweile bin ich kurz davor mal die sozialen Medien ruhen zu lassen, weil es mich tatsächlich total frustriert – hätte ich auch nicht gedacht, aber es brüstet sich ja ein jeder nur damit was er nicht alles wieder tolles trainiert hat. Ist ja auch nachvollziehbar, dass die Athleten stolz sind und möglichst viele Likes dafür ergattern wollen. Glücklicherweise haben eben noch nicht allzu viele die Diagnose „Ermüdungsbruch“ schon am eigenen Leib erfahren dürfen, denn das wünsche ich niemandem. Das zermürbende an der ganzen Geschichte ist, dass es keine Prognose gibt. Keiner (auch nicht das MRT) kann mir sagen (ab) wann ich wieder laufen kann. Mittlerweile habe ich die Hoffnung irgendwie aufgegeben, dass dieser Zeitpunkt „bald“ sein wird. Am vergangenen Sonntag war ich so „mutig“ und hab die indoor cycling schuhe geschnürt und bin ein wenig geradelt. Die Konsequenz war, dass der Fuss wieder in den Zustand wie vor etwas 2-3 Wochen zurückgefallen ist. Super Elli. Genau DAS wollte ich damit erreichen. Andererseits bin ich es leid, nur meinen Oberkörper zu trainieren. Man könnte es auch so bescheiben „ich halte es nicht mehr aus“. Schwimmen war ich natürlich auch relativ oft, aber nur notgedrungen, denn das Wasser war noch nie meine Leidenschaft. Zudem finde ich es auch total schade, dass so wenig über Verletzungen in Blogs geschrieben wird, denn man bekommt überhaupt keinen Eindruck was die anderen Athleten denn in der „Heilungsphase“ tatschlich trainiert haben. Ich für meinen Teil habe die ersten 5 Wochen rückblickend leider viel zu viel gemacht. Daher kann man vielleicht von den 14 Wochen 5 abziehen, denn außer „nicht laufen“ hatte ich zu Beginn nichts verändert. Den Rest erspar ich euch, denn so spannend ist das Ganze nicht. TRX, Ski-Ergo, Gewichte, Schwimmen mit Pullbuoy und und und und….viel zu viele Stunden Stabi und bei weitem viel zu wenig Ausdauer. Und jetzt? wie geht’s es weiter? wann kann ich wieder radeln und vor allem Laufen? Ich weiss es nicht, und keiner meiner behandelnden Kollegen weiss es. Das einzige was ich immer wieder höre ist „sobald keine Schmerzen mehr im Alltag vorhanden sind, darf es mit Verstand wieder losgehen“. Ich warte sehnsüchtig auf den Tag bzw. dieses Gefühl. Und bevor ich noch melancholischer werde, beende ich lieber dieses Schreiben, denn alles was ich sagen wollte:

ich kann noch immer nicht laufen, ich bin ultra genervt, traurig, enttäuscht, instagram frustriert einen noch mehr und ausausgelastet und ziellos obendrauf…

ist glaub ich rübergekommen  😉

und jetzt wünsche ich allen da draußen nur Gesundheit. Denn das ist das größte Glück der Erde. 

Kommt gut ins Neue Jahr.

bis hoffentlich bald mal wieder…