Von der Donau bis zum Lech… hatte ich nur beim Wetter Pech

So nun ist die Saison 2018 auch schon wieder vorbei. Ich bin nun schon seit 7 Jahren im Triathlonzirkus dabei und ich muss sagen es macht immer noch riesen Spaß. Andererseits bin ich jetzt auch froh, dass mein Wettkampfkalender erst wieder 2019 beginnt.
Wie schon in meinen ersten Posts dieses Jahr beschrieben, habe ich dieses Jahr bewusst nicht auf Masse sondern auf Klasse gesetzt (bedingt durch die beruflich Mehrbelastung mit zunehmendem Ausbildungsstand) und ich muss sagen, dass auch wider meiner Ängste nicht genug Wettkämpfe zu bestreiten, ich doch gemerkt habe, dass die Motivation und die Angriffslustigkeit antiproportional zur Anzahl der gemeldeten Wettkämpfe steigt!
Mein Saisonhöhepunkt war die Premiere der Mitteldistanz in Regensburg. Hatte ich diesen Wettkampf schon mehrfach in der Liga bestritten und kannte die Radstrecke recht gut, doch die Version als Mitteldistanz doch nochmal eine andere Hausnummer. Aber ich wollte nach einem Start bei einem Ironman auch die regionalen Veranstaltungen unterstützen und weiß diese auch zu schätzen, so dass ich mich riesig auf den Start und die anspruchsvolle Radstrecke freute. Nun zum Rennverlauf:
Nachdem es aufgrund des heißen Sommers 2018 zu einem Neoverbot kam, war ich im Gegensatz zu vielen anderen recht entspannt, da ich meiner Meinung (trotz meiner Schwimmschwäche) lieber ohne als mit Neo schwimme! Beim Schwimmen kam ich irgendwo im Mittelfeld raus, aber bei mir beginnt das Rennen eh erst immer nachdem ich aufs Rad gestiegen bin – hm…vielleicht liegt da der Fehler begraben? 😉
Vier Runden waren zu absolvieren. Ich hatte keine Ahnung auf welchem Platz ich lag, sodass ich gemäß meiner Wattvorgaben einfach die 83km runtergeradelt bin. Dann nach dem Wechsel auf die Laufstrecke, war mein Coach Tobi Heining an der Strecke und gab mir die ersten Informationen bezüglich der aktuellen Platzierung und meinem Abstand zur führenden Dame. Da es sich um satte 10 Minuten handelte, wusste ich nicht ob ich lachen oder weinen sollte. Dann dachte ich mir – Platz drei sei auch vollkommen in Ordnung, so dass ich mich nicht in Unruhe versetzen lassen habe. Meine größte Angst war natürlich, dass eine schnelle Dame von hinten mich noch überholt und ich sodann auf dem undankbaren 4. Platz landen würde. Die Temperaturen um 30 Grad im Schatten ließen natürlich ihre Auswirkungen auf uns Läufer, so dass auch einige die 20 km gar nicht erst in Ziel liefen. Mir hingegen (obwohl mein Körper die meiste Zeit der Woche auf kühle 22 Grad OP-Temperatur gewöhnt ist) hat die Hitze gar nichts ausgemacht, wobei ich mich doch jedes Mal auf das Durchlaufen der Labestation gefreut habe und Tobi schrie mich verbal nach vorne! Kurz zusammengefasst, litten die anderen beiden Damen scheinbar mehr als ich unter der Hitze so dass ich nach Kilometer 15 nur noch 90 Sekunden Rückstand hatte und ich dann wohl oder über auf das Gaspedal drücken musste. Glücklicherweise hatte ich noch genug Körner um das Tempo dann auch ins Ziel zu tragen und konnte tatsächlich und für mich total überraschen meinen ersten Sieg auf einer Mitteldistanz verzeichnen! Hiermit war ich schon so zufrieden, dass die Zugabe der Teilnahme beim TransVorarlberg Triathlon nur noch zum Austesten meiner Radleistung bestimmt war. Entgegen der Wetterprognose mit 8 Grad und Schneefall für Lech am Arlberg (1440m ü.n.N.) war ich trotzdem voller Wettkampflust und freute mich eigentlich über die 5 Grad mehr im Vergleich zu meiner Teilnahme 2015. Doch wie es immer so ist, das Wetter in den Bergen ist unvorhersehbar und pünktlich zum Start hörte es auf zu regnen und zum Sieleinlauf kam tatsächlich bei 12 Grad die Sonne raus. Aber soweit bin ich noch nicht.
Da der „Trans“ aufgrund seiner 2000hm über 93km auch als Mitteldistanz gilt, ist es bei diesem Wettkampf besonders wichtig seine Kräfte einzuteilen um den Hochtannbergpass auch noch zu bewältigen. Nachdem auch ich mich für die 3,5 h Radfahren etwas wärmer angezogen hatte, habe ich es diesmal geschafft meine vorher berechnete Nahrung auch über die Dauer zu mir zu nehmen, so dass ich dank konservativem Fahrverhalten bis obenhin Spaß hatte und Druck aufs Pedal geben konnte. Doch auch an mir ist die Kälte nicht spurlos vorbeigegangen. Der Wechsel in die Laufschuhe gelang mir zwar zügig, benötigte ich dennoch 8 Km um meinen linken Fuss wieder zu spüren und da war ich dann doch fast schon im Ziel. Zuvor gelang es mir aber trotz meiner bescheidenen Schwimmleistung und mäßigen Radleistung (im Verhältnis zu den vor mir liegenden Damen) das Rennen als 6. Dame zu finishen und durfte mich sogar damit unter die schnellsten Damen während der Siegerehrung reihen!! Damit gelang mir eine Platzierung die ich mir vorab mit der hochrangigen Starterliste niemals erträumt hätte!! Und freut mich tatsächlich genauso sehr wie in Regensburg.
Zusammenfassend muss man sagen, dass trotz der kühlen Temperaturen
das Rennen enormen Charme hat und es zudem eine Herausforderung an Körper und Geist ist. Daher kann ich dieses Rennen nur jedem Triathleten empfehlen, man sollte allerdings zusätzlich noch mindestens eine Nacht im schönen Lech verbringen um den Tag noch in den Lokalitäten ausklingen zu lassen. Ausserdem bietet das Dorf unzählige Berg- und Wandertouren, so dass man doch tatäschlich am nächsten Tag oben auf den Gipfeln die ersten Damen und Herrensieger trifft.
So nun ist mein Rennrad bereits nahe dem Winterschlaf und ich werde erstmal weiterhin die Bücher wälzen, habe ich ja noch einen viel größeren beruflichen „Wettkampf“ jetzt vor mir… Ich wünsche allen nun noch ein erfolgreiches letztes oder vorletztes Wettkampfwochenende! Passt auf euch auf, fahrt mit Köpfchen und riskiert bei nassen Bedingungen nichts – lieber zwei Minuten langsamer als erwartet aber dafür heile, als das Rennen im Sanka beenden!