Ein kurzer Ritt durch 2018

Was bisher so geschah: von Läufen bei Minus 5 Grad, über 200km Einheiten auf Zypern, ein Halbmarathontag in meiner Geburtsstadt an dem meine Nichte gleichzeitig das Licht der Welt erblickte über eine Olympische Distanz mit einem 3,8km Schwimmen in der Elbe bei 13 Grad kalter Außentemperatur…

Mein letzter Bericht ist nun schon eine Weile her. Warum eigentlich. Manchmal ist man sich nicht sicher wie sehr eigentlich die Welt da draußen – also ihr – an meinen Gedanken überhaupt interessiert seid. Reichen die kurzen Hashtags und die Ergebnislisten im Netz oder ist es vielleicht doch interessant noch ein paar persönliche Gedanken zu erfahren?
Nun ja…das letzte halbe Jahr ging nicht spurlos an mir vorbei, denn je weiter man sich beruflich entwickelt und die Karriereleiter nach oben kraxelt, desto anspruchsvoller wird der Alltag, desto mehr Gedanken drehen sich am Abend oder am Wochenende im Kopf und meist rückt dann der Sport weit weit in den Hintergrund. Ich denke für uns alle ist dieses Hobby eine Art „Flucht“ aus dem Alltag – kurz mal „weg sein“ in seiner eigenen kleinen Vereins- und Sportsfreundewelt abtauchen – das tut gut und das lenkt ab, aber leider wacht man doch jeden morgen wieder auf und merkt schnell wieder, dass das wahre Leben anders tickt als der Sekundenzeiger auf der Garmin. Wie dem auch sei versuche ich mir trotzdem meine kurze Zeit am Tag für mich nicht nehmen zu lassen, aber das ist vielleicht der Grund, dass ich bisher noch nicht so extrem viel geschrieben hab. Dabei gab es doch bereits einige schöne sportliche Momente bisher. Denn ich bin dieses Jahr das erste Mal die legendäre Winterlaufserie in Ismaning mitgelaufen und habe diese sogar nach 3 Läufen als Gesamt 2. Frau beenden können. Das war bereits eine gute und teils der Witterungen geschuldet eine harte Vorbereitung auf die Deutschen Meisterschaften im Halbmarathon in Hannover, die ich mit einer sehr guten Zeit trotz unnatürlich warmen Apriltemperaturen in 1:23:13 (also nur 20 Sekunden über meiner PB) finishen konnte, aber ich war so beflügelt, also ich 2h vor Start erfuhr dass meine Nichte auf die Welt gekommen ist.

Ein paar Wochen später folgte auch schon der erste Duathlon in diesem Jahr. Ach zuvor natürlich noch das legendäre 2-wöchige Trainingslager rund um Michael Krell und seinen Jungs und Mädels auf Zypern, welches mir wieder gezeigt hat wieviel Spaß mir dieser Sport doch macht. UND das Triathlon auch wider manche Meinung und Verhalten auch ein Teamsport sein kann!

Zurück zu den Bayerischen Meisterschaften im Duathlon in Krailling: diese konnte ich als Vizemeisterin gesamt und Meisterin in meiner AK beenden.
Danach folgte dann aber das 1. richtige Triathlon Highlight dieses Jahr. Die erste Mitteldistanz in St. Pölten. Wie immer mit ziemlich viel Respekt bin ich ins schöne Niederösterreich gereist. Das Wetter zeigte wie schon so oft dieses Jahr mit hochsommerlichen Temperaturen, was bei einem Start um 7:00 auch recht angenehm war – noch. Beflügelt von der extrem schönen Radstrecke konnte ich für mich recht starke Wattwerte über die 90 km treten. Die NP war bei 203 Watt (meine FTP war 219 für alle Zahlenfreaks von uns ;-)). Und dass folglich der anschließende Lauf etwas anstrengender wurde, ist in Nachhinein auch verständlich. Zudem musste man in der Mittagshitze auch bei jeder Verpflegungsstrecke zum Trinken das Tempo rausnehmen. Wie dem auch sei, trotz langem Zweifeln ob ich im Mai überhaupt schon eine Mitteldistanz absolvieren könnte, war ich dann mit einem 2. AK Platz und als 8 Nicht-Profi Frau auch zufrieden. Man (bzw. ich selbst) darf nicht vergessen, dass ich maximal 1x am Tag trainieren kann und dann auch keine 3h Einheiten absolviere, sondern maximal 90 Minuten. Ich außerdem noch immer am Wochenenden und auch nachts arbeiten muss…Sicher ist meine Radperformance (vom Schwimmen muss man gar nicht erst sprechen) noch ausbaufähig, aber ich schaff es einfach nicht noch mehr Zeit im Sattel zu verbringen…wobei ich teilweise schon neidisch zu den Konkurrentinnen schiele, die Wochenendeinheiten regelmäßig von über 150km machen…Da machen es Kanäle wie „Strava“ und „Instagram“ natürlich nicht einfacher zufrieden mit dem eigenen Training zu sein, weil zumindest ich immer das Gefühl habe, alle anderen trainieren viel mehr und gescheiter als ich ;-(.

ich habe bis jetzt noch keine vernünftige Lösung gefunden, wie einen das nicht taktieren soll…wenn jemand einen Tipp hat – gerne PN an mich!

Nun ja um den Abschluss zu finden…so reiste ich für meinen 2. Triathlon dieses Jahr nach Dresden. Warum dieser Aufwand? Weil genau dort die legendären Deutschen Meisterschaften der Ärzte und Apotheker dieses Jahr stattfanden. Außerdem reizen mich immer wieder mal neue Wettkampforte – bin ich nach mehr als zweimaliger Wiederholungen schon meist gelangweilt von den Strecken. Das bisher so unglaublich konstante Sommerwetter legte leider für exakt 48 Stunden – genau wie mein sonst so unverletzbares Immunsystem – eine kleine Pause ein. Etwas angeschlagen und gegen den Widerstand meiner Familie sprang ich bei 13 Grad Außdentemperatur gemeinsam mit Yvonne van Vlerken, Per Bittner, Marcus Herbst und Christian Kramer in die Elbe und ließ mich 30 Minuten entlang der Strömung zum Schwimmaussteig treiben. Jetzt hieß es schnell Weste überziehen, damit ich noch irgendwas gegen mein schlechtes Gewissen getan habe und dann auf einer 6,6km Runde treten was das Zeug hält. Leider war der Wind auf der Hälfte der Strecke (also 3,3km) so präsent, dass man hier ganz schön viele Körner ließ und die Angriffslust trotz Titelverteidigung etwas verweht wurde, aber dann halb erfroren schlüpfte ich selbstverständlich in die Laufschuhe und versuchte nur noch so schnell wie möglich die 10km zu absolvieren und unter die heiße Dusche zu kommen. Dass es mir trotz meiner Erkältung noch gelang den 3. Gesamtplatz zu erkämpfen und Meisterin der Ärzte und Apotheker zu werden, war eine verdiente Belohnung.

Leider zahlte es mir mein Körper heim, dass ich so unvernünftig und entgegen der Empfehlungen handelte, denn seit Sonntagabend sind Nasenspray, Ibu und Taschentücher meine ständigen Begleiter. Aber Schmerz geht und Stolz bleibt! Einmal darf auch ich egoistisch sein! In diesem Sinne allen Wettkämpfern eine erfolgreiche, verletzungsfreie und gesunde Saison und schaut nicht auf die anderen Trainingseinheiten – jeder braucht andere Einheiten und hat andere Bedürfnisse – viel hilft nicht immer viel ;-D
Eure Elli