Harte Arbeit zahlt sich aus

Sicher kennt jeder seine stillen Träume bezüglich sportlicher Erfolge. Auf der einen Seite scheinen sie doch immer irgendwie realistisch und fragt man Kameraden so stimmen diese dem Vorhaben auch motivierend zu „das solltest du locker schaffen“…auf der anderen Seite macht einem die Uhr doch so oft einen Strich durch die Rechnung. Sicher findet man immer die eine oder andere Begründung warum es diesmal mit der Zielzeit oder Platzierung geklappt hat. Genauso ging es mir 4 Jahre und 6 Halbmarathons lang. Immer wollte ich die 4:00er Pace knacken (Zielzeit 1:24:18). Und jedes Mal habe ich gemeint es schaffen zu können. Vergeblich. Manchmal knapp (1:25:48) , manchmal weit 1:29:58 verfehlt. Anscheinend war ich nie ehrlich mir selbst gegenüber und hab meine vorherigen Trainingsresultate nicht vernünftig analysiert, denn sonst wäre ich dann vielleicht nicht immer so maximal enttäuscht aus den Rennen gegangen und hätte den HM nicht als so eine qualvolle Strecke im Gedächtnis behalten. Genau zu dem wird er aber, wenn man viel zu – nennen wir es mal – „ehrgeizig“ die ersten 10 Kilometer absolviert. Fühlt es sich doch so „locker“ an. Aber dann spätestens bei Kilometer 13 muss man dem zu hohen Anfangstempo Tribut zollen. Dieses Jahr sollte alles anders werden. Angefangen damit, dass ich bei keinem meiner Wettkämpfe mehr irgendwelche großen Zielvorstellungen hatte. Weder beim Triathlon noch beim Laufen. Nein fangen wir noch eine Stufe niedriger an. Bereits im Training. Da ich keinen Trainer mehr hatte, hatte ich auch keine Trainingsvorgaben. Für den Einen mag das vielleicht komisch klingen, wenn man keine Vorgabe über die zubringende Leistung hat, für mich war das aber eher entspannend, denn beim Training mich zu motivieren oder mich zu „quälen“ stellte nie ein Problem dar. Vielmehr habe ich mich (vor allem beim Rad) eher auf mein Gefühl verlassen, anstatt auf die errechnete FTP. Und beim Laufen bin ich immer in meiner zugeteilten Leistungsgruppe mitgelaufen und hier musste ich mir erst recht vorab und währenddessen keine Gedanken über das Tempo machen, denn entweder ich konnte das vorgegebene mitlaufen, musste abreißen lassen oder hatte für die letzten Intervalle noch genug Luft etwas progressiv das Training zu beenden. Ob das der Schlüssel für Erfolg des Wettkampfs vom vergangenen Sonntag war, weiß ich nicht. Das sind auf jeden Fall die Dinge, die ich dieses Jahr mal anders gemacht habe. Natürlich hat es sich in den wöchentlichen Intervalltrainings bereits abgezeichnet, dass mir schnelle Tempi auf der Bahn immer leichter fielen, aber auch das ist kein Garant für einen schnellen Halbmarathon. Meines Erachtens ist es das kontinuierliche Training in der Gruppe unter Anleitung welches beim Laufen immer noch die größten Erfolge bringt. Aber nicht nur Erfolge, sondern auch Spaß. Und das ist worauf es ja letztlich ankommt. Und Spaß hatte ich auch beim Halbmarathon auf der Strecke von Lindau nach Bregenz, vielleicht nicht zwischen Kilometer 12 und 18, aber davor und danach  immerhin.

Denn jeder Wettkampf hat seine schwereren Phasen, aber hier ist es wichtig sich selbst zu kennen und zu motivieren, in meinem Fall, dass ein Tempo von 3:55 z. B. auch nach 18 Kilometern noch „irgendwie gehen muss“. Und genau so war es auch. Die ersten 10 Kilometer lief ich vielleicht etwas zu beherzt an, jedoch nicht zu arg, dass ein extremer Einbruch folgten musste, wobei die 2. Hälfte natürlich etwas langsamer als die erste war. Wie dem auch sei. Ich freu mich über meine persönliche Bestleistung von 1:22:58 und einem 2. Platz der Gesamtwertung.

Meine Erkenntnis aus dem Resultat ist, dass man immer realistische Ziele haben sollte, es gibt genug Hinweise während des Trainings für eine Einschätzung, denn nur so kann man Frustration vorbeugen – ich weiß, jetzt hab’ ich gut reden nach meinem 7.HM – bei dem es nun endlich geklappt hat…
Und noch etwas: Hochzeiten, Kongresse und Oktoberfeste sind wider Erwarten der Leistung nicht hinderlich ;-)! Wichtig ist genug Schlafen im Anschluss! Nachdem ich für das Jahr 2017 keine sportlichen Ziele mehr habe, werde ich mich, wie soll es auch anders ein, den kommenden beruflichen Herausforderungen stellen – harte Arbeit zahlt sich ja bekanntlich aus!