Meine personalisierte Version des 70.3 Ironman Salzburg 2016 Halbe Distanz – voller Einsatz

Wieso eigentlich Zell am See?

Dieses Jahr habe ich vor allem Wettkämpfe ausgesucht, die ich leicht erreichen kann, so dass der Reiseaufwand verschwindend gering bleibt, damit der Wochenendwettkampfstress nicht den Alltagsstress noch übertrumpft. Manchmal musste ich allerdings Marco mit einem schönen Hotel locken, sofern der Wettkampf doch nicht direkt von München aus anfahrbar war. Aber so konnten wir immer Sport und „kurzurlaub“ miteinander verbinden. Zell am See, ebenso wie Saalfelden im Mai diesen Jahres, konnten wir mit einem Aufenthalt in Fieberbrunn verbinden, so dass ich von „zu hause“ quasi die Rennen bestreiten konnte, was meines Erachtens sich positiv auf die Rennen auswirken tut. Sofern man eben so ein „schlechter Fremdschläfer“ ist, wie ich. So kam es also zur Auswahl des Mitteldistanzrennens in Zell am See. Der Renntag sollte mitten in meinem Sommerurlaub liegen, sodass ich vorab abschalten kann und mich tatsächlich mental komplett auf das Rennen konzentrieren kann. Und das hat auch echt gut funktioniert diesmal waren wir doch fast täglich in Zell am See vor dem Rennen. Marco und ich sind tatsächlich nochmal die Radstrecke komplett abgefahren (teils mit Rad, teils mit Auto), haben das Wasser vom See getestet und sind die gesamten Wege abgegangen (theoretisch und praktisch) – so dass ich das Rennen fast auswendig vorab kannte. Mag vielleicht etwas übertrieben klingen, kommt man ja eh recht selten vom Wege ab, aber für mich trug die Vorbereitung 4 Tage vorab maßgeblich zur Entspannung dazu bei. Und so konnte ich tatsächlich, für mich ziemlich untypisch, fast durchschlafen vor dem Rennen, weil ich gar nicht mehr soooo nervös war – kannte ich ja alles schon J . Und Zell am See, bekannt als Urlaubsregion sowohl im Sommer als auch im Winter, glänzt mit seiner Schönheit von allen Seiten. So nun zum Rennverlauf. Schwimmen –da werden sicher einige sich fragen – warum da nichts voran geht – aber auch hier kann ich nur immer wieder sagen, dass ich erst vor 5 Jahren das Kraulen erlernt habe und jeder Wettkampf für mich eine Herausforderung ist und ich mir sehr sehr schwer tue mich da komplett zu verausgaben. Zudem habe ich tatsächlich das Gefühl, dass ich im Neo irgendwie schlechter schwimme als ohne, habe allerdings keine wissenschaftliche Begründung hierfür parat. So dass ich diesmal entschloss die 1.9 km einfach abzuschwimmen und danach noch 4.5 h Zeit habe komplett Gas zu geben. Das funktionierte allerdings auch nur zum Teil J . Zunächst war ich von dem Konzept des „Rolling Starts“ total überzeugt, vor allem da das Gemetzel beim Allgäu Triathlon die Woche zuvor nicht sehr spaßig war. Leider muss man hier aber sagen, dass die Selbsteinschätzung der Teilnehmer stark variiert und somit die Gruppe „30-35“ extrem unterschiedliche Leistungsgruppen einschloss. Standen also Athleten nebeneinander die „unter 30“ und „so knapp über 35“ schwimmen wollten nebeneinander. Und das Resultat ergab sich dann, dass ich tatsächlich KEINE FÜSSE zum hinterherschwammen fand – über die gesamte Strecke. Das war total frustrierend. Dann durfte ich endlich aufs Rad. Die Radstrecke war genau nach meinem Geschmack. Sehr abwechslungsreich und somit total kurzweilig und nachdem die meisten Höhenmeter bereits im ersten Drittel der Strecke absolviert wurden, hatte man auch genug Zeit um sich danach zu erholen. Bis auf einen leichten Krampf im linken Bizeps femoris ab Kilometer 70 hat das Radeln echt Spaß gemacht, ausgenommen die sich immer wiederholenden Zweikämpfe mit irgendwelchen männlichen Konkurrenten, die es anscheinend nicht ertragen können, wenn eine Frau sie überholt….dann auf die Laufstrecke – hier hatte ich von Anfang an Respekt, war es doch erst mein 6. Halbmarathon in meiner Sportlerkarriere. Und nur einer davon im Rahmen eines Triathlons! Für mich sind noch immer alle Distanzen über 20km mit einer gewissen Angst verbunden…Und dann merkte ich auch gleich, dass obwohl das Radeln sich zwar sau gut angefühlt hat, mein Körper sich aber verausgabt haben musste, und daher mein „Bauch“ (eines der sensibelsten Systeme im Körper) mir gleich einen Strich durch die Rechnung machte auch nur annähernd „flott“ zu laufen. Das war so ärgerlich, dass ich tatsächlich (vor allem am Anfang) ans Aufgeben dachte, weil es einfach keinen Spaß gemacht hat. Ist das Laufen doch normalerweise was hintenraus immer noch geht, aber nach 40km ist das doch eine ganz andere Nummer als eben nach 90km. Ich weiß nicht in wieweit die vorherige Belastung die Ursache war oder auch die Hitze, die sicherlich auch seinen Beitrag leistete, aber ich schwankte immer zwischen den Gedanken „weinen, aufhören, zu Marco rennen und sagen „ich kann nicht mehr“ und dann wiederum „einfach weiterlaufen – lockerer Dauerlauf – das schaffst du) … sobald eine Verpflegungsstation kam und somit Wasser und Eis und Dusche den Kopf und Körper abkühlten, rückten die „negativen Gedanken“ in den Hintergrund aber bereits einen Kilometer später bestand wieder dieselbe Situation. Ein Gel half auch immer nur 6 Kilometer. Immerhin. Ich hatte tatsächlich überhaupt keinen Drive mehr mich selbst zu pushen. Daher war das Gefühl beim Zieleinlauf eher seltsam. Sicher war ich glücklich angekommen zu sein, aber etwas enttäuscht über die nicht wie im Training so oft abrufbare Laufleistung NACH dem Radeln. Aber genau das ist eben Triathlon. Eine Olympische Distanz ist einfach gar kein Vergleich. Bei der MD muss einfach alles stimmen. Und es ist doch für (meinen) Körper noch eine krasse Herausforderung. Den Ergebnislisten und Erzählungen nach war ich aber nicht die einzige, die am Ende etwas zu kämpfen hatte. Und immerhin konnte ich in meiner Altersklasse das beste Ergebnis erzielen und was mich am meisten freut, in Anbetracht auf das hohen Teilnehmerfeld, dass ich neben den 9 Profis nur 4 AK-Athletinnen vor mir lassen musste. Normalerweise steh ich nicht so auf diese Analysen, aber dass ich 14. Frau von allen Teilnehmerinnen werde würde, hätte ich niemals gedacht. Das Ticket für die WM im nächsten Jahr habe ich allerdings nicht angenommen, eine Planung soweit im Voraus finde ich für 500€ sehr gewagt. Das habe ich vermutlich meiner schwäbischen Erziehung zu verdanken 😉 . So und nun darf ich noch den Rest der Woche diese schöne Kulisse Tirols genießen und die Berge und ich freu mich jetzt über jeden einzelnen Sonnenstrahlen (den ich am Sonntag beim Laufen eher verflucht habe). Das Rad wird dann bald eingepackt für die nächste Saison. Ich schließe dieses Jahr mit diesem schönen Event ab und bin sau froh, dass ich diese Saison komplett verletzungsfrei absolvieren konnte. Jedes Team (www.viellehner-running.de) braucht seine Zeit um sich aufeinander einzuspielen – aber ich kann nur immer wieder sagen – es lohnt sich!! Und jetzt werde ich mich dann erstmal wieder aufs Laufen (klar auch aufs schwimmen….ick weeß…) konzentrieren, denn da müssen meine Beine sich jetzt endlich mal an längere Strecken gewöhnen, bin ich doch jetzt auch schon Ü30 J . In diesem Sinne darf sich jetzt aber noch ein paar Tage mein alter Körper etwas erholen.