Auf dem Treppchen mit der Weltmeisterin

Nachdem ich am vergangenen Wochenende in Kulmbach bereits auf der olympischen Distanz gestartet bin, das Rennen aber aufgrund eines schweren Unfalls abgebrochen wurde, probierte ich es vergangenen Sonntag in Erding aufs Neue. Eigentlich bin ich es leid, ständig übers Wetter zu schimpfen, aber die Motivation bei milden Temperaturen und Sonnenschein ist eben größer als bei kühlem Nass. Wie dem auch sei, das Regenradar zeigte über den Tag keine Veränderung so dass man sich wenigstens an dem Aspekt erheitern konnte, dass die Wassertemperatur immerhin die Lufttemperatur toppte ;-).

Somit schlüpfte ich in meinen Neo und versuchte die Schwimmstrecke so geradlinig wie möglich zu absolvieren. Da die Bojen relativ weit voneinander entfernt gesetzt waren, gar nicht sooo einfach, für eine „Ente“ wie mich. Auch wenn meine Splitzeit nicht gerade für eine top Schwimmqualität spricht, ist es dennoch so, dass ich mich von Wettkampf zu Wettkampf immer wohler im Wasser fühle, kaum mehr Angst vor der Disziplin verspüre, mittlerweile sogar den Vorteil vom „Wasserschatten“ für mich entdeckt habe und sogar beim Start nicht mehr warte bis „die schnellen“ Schwimmer los sind. Ich weiß alles Selbstverständlichkeiten für viele, aber für einen Nichtschwimmer schon ein großer Gewinn. Klar, das macht noch keine gute Schwimmzeit aus, aber wenn sich einige noch erinnern können wie ich mich bei meinen ersten Wettkämpfen angestellt habe, ist das doch ein deutlicher Fortschritt. Jetzt muss ich nur noch schneller werden 😉 und das haben wir (www.viellehner-running.de) für den nächsten Winter ganz oben auf der To-do liste! Somit konnte ich in Erding immerhin als 8. Frau das Wasser verlassen.

Ein schneller Wechsel war das dieses Mal leider nicht, da mich der Entschluss eine Weste mit auf die „Reise“ zu nehmen bestimmt 30 Sekunden kostete. Egal, trotz des langsamen Wechsels konnte ich auf den ersten Kilometern schon die ersten Plätze gut machen. Und die Sorge dass das kühle Nass die Leistung beeinflussen könnte war völlig übertrieben. Das Radeln machte sogar echt Spaß. Die später Zweitplatzierte wechselte nach dem Schwimmen sogar noch mit mir aber hatte deutlich mehr Druck auf den Pedalen, so dass ich nur noch beobachten konnte wie der „blaue Fleck“ sich immer weiter entfernte. Dranbleiben? …keine Chance! Allerdings versuchte ich – dank neuer Pedale – in meinen angepeilten Wattbereich zu fahren, was auf einer komplett flachen Strecke gar nicht so einfach ist, da man doch dazu neigt in einen „Wohlfühl“-Einheitstritt zu kommen. Daher bevorzuge ich ganz klar bergiges/welliges Profil.

Nach den 40 Kilometern konnte ich immerhin als 3. Frau auf die Laufstrecke gehen. Und Marco rief mir nur zu, dass die 2. Frau ca. 2-3 Minuten Vorsprung hätte. Da ich die Athletin aber nicht kannte, rannte ich einfach mal munter los. Beine fühlten sich eigentlich gut an allerdings war ich die ersten 2Km komplett einsam unterwegs. Keine Zuschauer, keine Sportler. Der kurvige Rundkurs lag mir irgendwie nicht, so dass ich auch hier mühe hatte, das Tempo zu halten. Somit konnte ich nur eine Minute auf die Zweitplatzierte auflaufen, und lief, total zufrieden, als 3. Frau über die Ziellinie.

Nachdem ich die spätere Siegerin, Katrin Esefeld, bereits vor dem Start traf, war mir eh klar, dass die Konkurrenz nicht von schlechten Eltern ist. Dennoch ist es schon cool, hinter zwei national bekannten Frauen ins Ziel zu kommen und eine Trainerin zu haben, die gerad Deutsche Vizemeisterin geworden ist! Und trotz der Schlammschlacht hat das Rennen echt Spaß gemacht und der Veranstalter hat wieder mal gezeigt dass gute Organisation die halbe Miete ist und das Wetter doch nur das i-Tüpfelchen ausmacht.