My Emotions of Trimotion 111.

Nachdem das Rennen nun schon eine Woche her ist, wollte ich noch kurz über das Rennen berichten. Die Zahl 111 setzt sich übrigens aus 1km Schwimmen (kommt mir SEHR entgegen), 100km Rad (als Vorbereitung für die Mitteldistanz liegt hier der Hauptfokus) und am Ende noch 10km laufen zusammen. Die „kurze“ Laufstrecke ist der eigentliche Vorteil dieses Rennformats, denn das finale Laufen ist jene Belastung, die mir am meisten auf die „Knochen“ geht und somit eine längere Erholungsphase bedarf. Die man zum jetzigen Zeitpunkt nicht unbedingt gebrauchen kann ;-), daher ist ein Auftaktrennen mit „nur“ einem 10km Lauf eine feine Kombination aus Ausdauerbelastung unter 4 Stunden ohne maximal das muskuloskeletale System zu beanspruchen.
Letztes Jahr bestritt ich nur den kleinen Bruder, also die halbe Distanz des 111er Wettkampfs, und hätte mir damals nie erträumen lassen, dass ich mich bereits 1 Jahr später an die doppelte Strecke wage. Da ich dieses Jahr aber bereits im Frühjahr den Fokus vor allem aufs Rad legte und in Italien ja noch einige bergige Kilometer sammelte, traute mir Julia Viellehner und ich mir selbst dann doch auch die längere Strecke zu. Das Gute an einer neuen Herausforderung ist immer, dass man keinerlei Erwartungen oder große Ziele vorab hat, so dass ich vom Kopf her ziemlich entspannt an das Rennen herangehen konnte. Leider muss ich mir doch eingestehen, dass ich oft zu unentspannt und verkrampft an Wettkämpfe herangehe, was vielleicht einerseits positiv ist um Spannung aufzubauen, allerdings wenn man die Nacht vorm Wettkampf vor Aufregung kaum ein Auge zukriegt, hält sich der Vorteil dieser Aufregung auch wieder in Grenzen ;-)… Wie dem auch sei, die Spannung stieg natürlich dennoch je näher der Startschuss rückte. Meine „Angstdisziplin“ – das Schwimmen – galt es wie immer zu überstehen und „dann geht das Rennen los“ (sag ich mir immer). Das Wasser war mit 19 Grad auch im Vergleich zu dem letzten See, den ich 3 Tage zuvor testete gefühlt wie eine Badewanne. Von daher trug auch die Wassertemperatur zum Wohlfühlen bei. Ein weiterer sehr angenehmer Aspekt war die Teilnehmerzahl, denn bei 25 Frauen gab es natürlich kaum Gerangel, somit keine Panik und demnach erfolgte ein solides gleichmäßiges Schwimmen für mich, welches ich mit einer unglaublich guten Position für mich als 5. Frau abhaken konnte. Dann aufs Rad. 6 Runden à 17km mit 245hm waren zu bewältigen. Ich hätte echt nicht gedacht, dass die 100km so schnell vergingen. Die Runden bedurften großer Konzentration, aufgrund des sehr abwechslungsreichen Höhenprofils und insgesamt einer sehr kurvenreichen Strecke. Somit war man nur damit beschäftigt immer im richtigen Moment zu bremsen oder wieder anzutreten. Ich hatte zwar schon gemerkt, dass ich ein paar Frauen vor mir während der vielen Km einholen konnte, allerdings hatte Marco auch den Überblick verloren, da er selbst zwischendurch das gute Wetter zum radeln nutzte 😉 – so hatte ich wenigsten kein schlechtes Gewissen, dass er 3 Stunden an der Radstrecke stehen musste.
Nachdem die Beine schon etwas müder wurden, wurde es die Sonne ebenso. Eine dunkle Gewitterfront zog heran. Ich hoffte insgeheim nur, dass das Unwetter bitte noch so lange gefälligst warten soll bis ich vom Rad abgestiegen bin. Und ich hatte Glück, das tat es auch. Es folgte die Laufstrecke. Und hier hieß es nicht nur 10km einfach abspulen. Nein die Österreicher zeigten uns Städtebürgern was es heisst in den Bergen zu sein. 50% der Strecke gingen flach um den See herum, aber die anderen 50%, die auch die Zuschauer nicht zu sehen bekamen, gingen einen kleinen (trailartigen) Pfad in einen Wald hinein. Glücklicherweise hatte ich keine Probleme mit Wadenkrämpfen, was einige der schnellen Männer wohl plagte, aber die bergan-Strecken forderten auch mir die letzten Körner. So lief ich 2 mal diese anstrengende Runde ab und überholte glaub ich noch mindestens zwei Frauen, die vor mir zu sein schienen. Unwissend auf welchem Platz ich lag, brach das Unwetter dann ca. 1 km vor Ziel ein. Es stürmte wie wild. Die letzten Meter des Zieleinlaufs „stand“ ich quasi gegen den Wind. Das ganze Orga-Team war nur noch mit der Sicherung der Räder und aller möglichen umzustürzenden Absperrungen beschäftigt. So lief ich ins Ziel, erhielt noch von einer netten jungen Helferin meine Medaille, fiel Marco in die Arme und der sagte nur „los schnell lass das Rad holen, hier geht’s gleich richtig los“ – d.h. keine Zielverpflegung, schnell das Rad aus der Wechselzone, dann ab ins Auto und Richtung Fieberbrunn. Zu hause angekommen wagte ich dann einen Blick auf die Ergebnisliste und konnte es kaum glauben, dass mein Name ganz oben stand. Völlig überrascht und ungläubig klickte ich immer wieder auf aktualisieren und war eigentlich bis zur Siegerehrung, die erst um 20:30 erfolgte, sicher dass ich nicht gewonnen hätte. Aber so war es! Mega coole Geschichte 😉 . Auf der Siegerehrung erfuhren wir dann noch, dass aufgrund des extremen Unwetters das Rennen frühzeitig beendet werden musste. Sowas hab ich auch noch nie erlebt, aber dann ist es auch im Nachhinein verständlich dass die Moderatoren im Moment des Unwetters keine Aufmerksamkeit mehr für Moderation und Nennung der 1. Frau hatten ;-)…
Glücklicherweise gibt’s ja heutzutage die live Ergebnisse im Netz!
Ach und abschließend noch zu erwähnen ist der Trimotion in Saalfelden ein sehr schöner, super organisierter Wettkampf ist, der trotz recht großem Teilnehmerfeld seinen familiären Charme nicht verloren hat!
Und es zeigt sich doch (für mich), dass Hartnäckigkeit und ein strukturell geplantes Training irgendwann Früchte trägt 😉 Danke an Julia und Tom (www.viellehner-running.de).