In Zeiten wie Diesen

Es war nun schon sehr lange ruhig auf meiner Seite. Logisch, zum einen war es Winter, d.h. die Ruhezeit der Triathleten und zum anderen hatte ich aufgrund meiner viel zu langen Laufpause natürlich auch keine Winterlaufhighlights auf dem Plan. Worüber also zu berichten auf einer Sportlerwebsite? Genau da will ich ansetzen. Vor allem durch meine Verletzungsphase des letzten Jahres und dem gefühlten sportliche Stillstand, hatte ich nicht das Bedürfnis hier viel zu schreiben – aber in den letzten Wochen ist mir mehr und mehr bewusst geworden, dass man dieses Portal nicht nur nutzen kann um seine Erfolge abzulichten, sondern auch mal über die „Schattenseiten“ des (Leistungs-)sports zu sprechen. Wobei ich „Schattenseiten“ wieder etwas revidieren muss, denn so dunkel war die vergangene Zeit nicht. Das wäre ja auch schlimm, wenn mein Gemüt ausschließlich von Wettkampfteilnahmen abhängt. Aber es gab sicher einige dunkle Phasen, die mich immer wieder zur Verzweiflung gebracht haben, ab und an auch mal kleine Lichtblicke, aber eigentlich für mich eine viel zu lange Abstinenz eines Wettkampfgedankens und -gefühls.
Eins zu Beginn – hätte ich diese Phase vor 10 Jahren erlebt, wäre es mir und meinen Mitmenschen glaub ich viel schlimmer ergangen – also die, die mich ertragen hätten müssen. Denn mittlerweile ist der Sport schon lange nicht mehr mein Lebensmittelspunkt – habe ich doch einen tollen Beruf, der mich mehr als genug tagtäglich fordert und auch einen Partner an meiner Seite, den ich zwar über den Sport kennengelernt habe, aber der Sport schon lange nicht mehr unser einziges gemeinsames Interesse ist – ganz im Gegenteil. Trainiert habe ich eigentlich zu 90% mit anderen Kameraden 😉 . Aber die Ablenkung dank Beruf, Beziehung und auch das „fortgeschrittene“ Alter haben die Phase seit dem 05. August 2018 sehr erträglich gemacht, denn solange ist mein letzter Triathlon her. Die wenigen Schwimm- und Radwettkämpfe zähle ich jetzt mal nicht dazu. Und gerad gestern hat mich jemand gefragt „ob ich eigentlich noch Triathlon mache“ und tatsächlich bin ich kurz ins Stocken geraten und war nicht sicher was ich antworten sollte. Im Herzen „ja“, auf dem Trainingsplan „so lala“ und auf dem Papier seit 1,5 Jahren nicht mehr. Aber was bedeutet es ein Triathlet zu sein? Gibt es eine bestimmt Anzahl an Wettkämpfen, die den Athlet als solchen definiert? Oder ist es ein „Lebensgefühl“ und ein Zusammenspiel dreier Sportarten, die man abwechselnd unter der Woche trainiert? Meines Erachtens zählt die Leidenschaft für den Sport. Und die habe ich mir trotz des Ermüdungsbruchs 2018 nicht nehmen lassen – oder war das vielleicht der Fehler. Sicher ist, dass ich trotz der Kenntnis über die Verletzung, diese nicht so ernst genommen habe, dass ich umgehend Schritte in Richtung Heilung eingeleitet habe – und das erinnert mich ein wenig an die derzeitige Situation im Lande. Jeder weiß um die Infektion, die Ansteckungs- bzw. eher Übertragungsgefahr, aber solange noch alles offen hat, fällt es uns allen doch schwer „freiwillig“ auf unseren schönen Alltag zu verzichten. Und genau das habe ich auch nicht getan. Schwimmen meinte ich geht noch mit dem Fuss und Radfahren – ok nach 8 Wochen kurzer Pause auch das wieder („ein kleiner permanenter Druckschmerz beim Fahren im Fuss ist ja nicht schlimm…“). Alles was irgendwie geht, wird gemacht und ein Indianer kennt bekanntermaßen auch kein Schmerz. Doch manchmal sollte man die Hinweise des Körpers verstehen lernen. Und wer nicht hören will, muss fühlen. Fühlen wie es ist, wenn man zu viel abverlangt, wie lange diese Verletzungsphase dann halt andauert. Und genau bis heute. Noch immer kann ich nicht wieder normal trainieren. Aber viele die mich auf Strava verfolgen, sehen vermutlcih, dass ich tagtäglich irgendeine sportliche Ertüchtigung absolviere. Klar, das mache ich auch, zum einen um meiner Sucht nach Bewegung nachzugehen und zum anderen um die Hoffnung irgendwann nochmal einen Triathlon zu bestreiten und diesen eben mit nicht allzu großem Trainingsrückstand. Wobei ich dieses Ziel ehricherweise derzeit für 2020 als sehr unrealistisch betrachte. Das Laufen ist einfach meine Leidenschaft und es fällt mir einfach unfassbar schwer dosiert das Training zu beginnen und dieses dann auch so fortzuführen. Da ich aber von Haus aus eher ein optimistischer Mensch bin, habe ich die Motivation noch immer nicht verloren – wenigstens in einer Disziplin mit Konzept zu trainieren.
Und das ist Schwimmen.
Bei meinem letzten Blogeintrag habe ich bereits über meinen neuen Trainer Jörn von Grabe berichtet. Nun ist aber wieder über ein halbes Jahr vergangen und es hat sich deutlich was getan. Und das hält meine Laune ganz weit oben! Nachdem ich eine längere Schwimmpause im November/Dezember einlegen musste – auch hier war ich wieder selbst an meiner Sportkarenz Schuld (da ich eine Operationsnarbe am Rücken ( Muttermal) zu früh wieder belastet habe, und diese dann nicht heilen wollte) – lief das Training ab Januar zwar zunächst etwas schleppend aber sobald ich zunehmendes Wassergefühl wiedergewonnen hatte, war ich ziemlich schnell auf Bestzeitkurs und das sogar im Trainingsalltag. Und nicht nur die Uhr bestätigte eigentlich nahezu jedes Training meinen Fortschritt, sondern auch das subjektive Gefühl bei diversen Einheiten: seit etwa 3 Wochen habe ich das erste Mal das Gefühl, dass ich ein Schwimm“training“ absolviere – soll heißen mit einer ähnlichen Belastung wie bei Lauf- oder Radintervallen. Also ebenso intensiv. Mal an seine Grenzen gehen. und nicht nur bei einem 200er…sonser bei 5×400 o.ä. Einheiten. Und ebenso die „longswim“ Einheiten (die es früher nie gab), kann ich diese mittlerweile fast so genießen und abschalten wie bei einem Dauerlauf. Und DAS ist ein Gefühl, was echt sau cool ist, denn jetzt habe ich den Eindruck ich „trainiere“ schwimmen und schwimme nicht nur stur den Plan runter, was ich etwa 6 Jahre gemacht habe. Kein Wunder dass kein Fortschritt zu erwarten war. Und diese Entwicklung ist ein Segen. Denn Schwimmen ist eine Sportart, die nicht nur ein Drittel des TriathlonTRAININGS ausmacht, sondern (hoffentlich) man bis ins hohe Alter ausüben kann. Und das ist meine eigentliche Motivation. Jetzt für das Alter zu trainieren. Hört sich seltsam an – aber ich finde die Überlegung nicht verkehrt. Auch wenn ich im Herzen ehrlicherweise lieber jeden Tag laufen würde – manche Dinge sollen einfach nicht sein, das habe ich mittels eines steinigen Weges erfahren und nun auch langssam aber sicher akzeptiert. Bestimmt fragt ihr euch was ich gemacht habe, um so einen Wandel im Schwimmen zu erleben. Eigentlich kann man es echt kurzfassen, denn die Formel ist ganz einfach:
Verletzungsbedingt ans Wasser gebunden
neue Motivation durch neuen Trainer gewonnen
guten Trainer (der nicht nur Schwimm – sondern auch Coach ist) erwischt
Ehrgeiz
Bewegungsdrang
Durchhaltevermögen

und da diese 6 (5) Punkte (ok auf den ersten kann man auch verzichten, aber bei mir war es der Auslöser) nahezu jeder Sportler mit sich bringt, kann ich nur sagen „make water your friend“!
und nun abschließend ein letzte Gedanke meinerseits:

Ich wünsche mir dass ich schleunigst die Balance zwischen Be- und Entlastung finde und mein Körper dann auch wieder bereits ist mich bei meinen sportlichen Zielen zu unterstützen. Und dann gibt’s hoffentlich auch wieder mehr Highlights vom Wettkampfgeschehen zu berichten, als ausschließlich meine Erfahrung der letzten 1.5 Jahre Verletzungsphase zu beschreiben.

In diesem Sinne hoffe ich, dass ich zum einen an die „kurzzeitig“ Verletzten appellieren kann, dass eine 6 oder 8-wöchige Trainingspause vielleicht anfangs lang erscheinen mag, aber im Vergleich zu anderen es weitaus längere Verletzungsphasen gibt und dass ihr euch alle freuen könnt, wenn ihr in diesen Tagen nicht nur muskuloskelettal sondern vor allem covid-19 – gesund seid. Und wenigen Tage oder Wochen einer Sportkarenz / -reduktion / -alternative (ob durch die Regierung oder den Körper reglementiert) schaden euch sicher nicht. Je entspannter man die Dinge annimmt, die man nicht mehr rückgängig machen kann, desto leichter ist der Alltag für sich selbst und seine Mitmenschen!

Noch mehr Support :-)

Jörn von Grabe sorgt seit einem halben Jahr dafür, dass ich schneller im Wasser bin.

Ich freue mich sehr euch von einer weiteren Unterstützung berichten zu können. Seit einem guten halben Jahr trainiere ich sehr konzentrier mit Jörn von Grabe zusammen. Jörn hat es in kürzester Zeit geschafft meinen etwas “unorthodoxen” Schwimmstil wieder in die richtigen Bahnen zu lenken. Seitdem ich mit Ihm trainiere, schwimme ich 100m-Intervalle rund 15 Sekunden schneller – und das in etwas über einem halben Jahr.

Jörn hat wirklich ein Händchen fürs Schwimmtraining, vermutlich weil er das alles am eigenen Körper miterlebt hat – der Gutste hat nämlich mehr als vier Jahrzehnte Erfahrung im leistungsorientierten Schwimmen gesammelt… und jetzt beginnt er gerade sich einen Namen als Trainer zu machen.

Ich bin jedenfalls mega froh ihn als unterstützer zu haben – und die Zeiten sprechen bände. Wenn ihr auch Interesse an schnellen Verbesserungen im Wasser habt, dann schaut doch einfach mal auf Jörns Website: http://www.sub66.de/ oder in meiner Rubrik Partner

Verletzt

Normalerweise nutzt man die sozialen Medien um von seinen Erfolgen und den schönen Dingen des Lebens zu berichten. Aber was ist, wenn nicht nur die Erfolge, sondern überhaupt jegliches geregeltes Training seit nun mehr 14 Wochen nicht auf dem möglich ist? Klar am Anfang lässt nimmt man es relativ locker, und versucht sich mit Sätzen wie „eigentlich hat jeder Triathlet Ende September Saisonpause“, „So bringt auch jeder wunde Punkt und jede Verletzung gute Dinge mit sich, auch wenn wir das oft erst sehr viel später erkennen“ (darauf warte ich noch immer) oder „du kannst dich doch auf den Erfolgen der vergangenen Saison ausruhen und dich drüber freuen“…aufzubauen oder die Situation erträglich zu reden. Aber wisst ihr was? Nach 14 Wochen kann ich keinen dieser Sätze mehr hören und meine Geduld ist tatsächlich am Ende. Und was hilft mir das? Gar nichts. Und gerade jetzt in der Weihnachtszeit geht es mir tierisch auf die Nerven, dass ich nicht laufen kann. Keine Winterlaufserie, kein Silvesterlauf und überall um mich rum die feinsten Leckereien und das Gemeine: der Körper hat sich sehr schnell an das „Nicht-Laufen“ gewöhnt und arbeitet nur noch auf Sparflamme. Und das drückt die Stimmung noch weiter nach unten. Und genau deshalb will ich das auch mal hier so ehrlich beschreiben. Denn wenn alles gut läuft, das Training und dessen Ergebnisse passen und nichts einem ständig dazwischenfunkt, ist es viel leichter die „positiven“ Posts der anderen (Sportler) anzuschauen. Aber mittlerweile bin ich kurz davor mal die sozialen Medien ruhen zu lassen, weil es mich tatsächlich total frustriert – hätte ich auch nicht gedacht, aber es brüstet sich ja ein jeder nur damit was er nicht alles wieder tolles trainiert hat. Ist ja auch nachvollziehbar, dass die Athleten stolz sind und möglichst viele Likes dafür ergattern wollen. Glücklicherweise haben eben noch nicht allzu viele die Diagnose „Ermüdungsbruch“ schon am eigenen Leib erfahren dürfen, denn das wünsche ich niemandem. Das zermürbende an der ganzen Geschichte ist, dass es keine Prognose gibt. Keiner (auch nicht das MRT) kann mir sagen (ab) wann ich wieder laufen kann. Mittlerweile habe ich die Hoffnung irgendwie aufgegeben, dass dieser Zeitpunkt „bald“ sein wird. Am vergangenen Sonntag war ich so „mutig“ und hab die indoor cycling schuhe geschnürt und bin ein wenig geradelt. Die Konsequenz war, dass der Fuss wieder in den Zustand wie vor etwas 2-3 Wochen zurückgefallen ist. Super Elli. Genau DAS wollte ich damit erreichen. Andererseits bin ich es leid, nur meinen Oberkörper zu trainieren. Man könnte es auch so bescheiben „ich halte es nicht mehr aus“. Schwimmen war ich natürlich auch relativ oft, aber nur notgedrungen, denn das Wasser war noch nie meine Leidenschaft. Zudem finde ich es auch total schade, dass so wenig über Verletzungen in Blogs geschrieben wird, denn man bekommt überhaupt keinen Eindruck was die anderen Athleten denn in der „Heilungsphase“ tatschlich trainiert haben. Ich für meinen Teil habe die ersten 5 Wochen rückblickend leider viel zu viel gemacht. Daher kann man vielleicht von den 14 Wochen 5 abziehen, denn außer „nicht laufen“ hatte ich zu Beginn nichts verändert. Den Rest erspar ich euch, denn so spannend ist das Ganze nicht. TRX, Ski-Ergo, Gewichte, Schwimmen mit Pullbuoy und und und und….viel zu viele Stunden Stabi und bei weitem viel zu wenig Ausdauer. Und jetzt? wie geht’s es weiter? wann kann ich wieder radeln und vor allem Laufen? Ich weiss es nicht, und keiner meiner behandelnden Kollegen weiss es. Das einzige was ich immer wieder höre ist „sobald keine Schmerzen mehr im Alltag vorhanden sind, darf es mit Verstand wieder losgehen“. Ich warte sehnsüchtig auf den Tag bzw. dieses Gefühl. Und bevor ich noch melancholischer werde, beende ich lieber dieses Schreiben, denn alles was ich sagen wollte:

ich kann noch immer nicht laufen, ich bin ultra genervt, traurig, enttäuscht, instagram frustriert einen noch mehr und ausausgelastet und ziellos obendrauf…

ist glaub ich rübergekommen  😉

und jetzt wünsche ich allen da draußen nur Gesundheit. Denn das ist das größte Glück der Erde. 

Kommt gut ins Neue Jahr.

bis hoffentlich bald mal wieder…

Von der Donau bis zum Lech… hatte ich nur beim Wetter Pech

So nun ist die Saison 2018 auch schon wieder vorbei. Ich bin nun schon seit 7 Jahren im Triathlonzirkus dabei und ich muss sagen es macht immer noch riesen Spaß. Andererseits bin ich jetzt auch froh, dass mein Wettkampfkalender erst wieder 2019 beginnt.
Wie schon in meinen ersten Posts dieses Jahr beschrieben, habe ich dieses Jahr bewusst nicht auf Masse sondern auf Klasse gesetzt (bedingt durch die beruflich Mehrbelastung mit zunehmendem Ausbildungsstand) und ich muss sagen, dass auch wider meiner Ängste nicht genug Wettkämpfe zu bestreiten, ich doch gemerkt habe, dass die Motivation und die Angriffslustigkeit antiproportional zur Anzahl der gemeldeten Wettkämpfe steigt!
Mein Saisonhöhepunkt war die Premiere der Mitteldistanz in Regensburg. Hatte ich diesen Wettkampf schon mehrfach in der Liga bestritten und kannte die Radstrecke recht gut, doch die Version als Mitteldistanz doch nochmal eine andere Hausnummer. Aber ich wollte nach einem Start bei einem Ironman auch die regionalen Veranstaltungen unterstützen und weiß diese auch zu schätzen, so dass ich mich riesig auf den Start und die anspruchsvolle Radstrecke freute. Nun zum Rennverlauf:
Nachdem es aufgrund des heißen Sommers 2018 zu einem Neoverbot kam, war ich im Gegensatz zu vielen anderen recht entspannt, da ich meiner Meinung (trotz meiner Schwimmschwäche) lieber ohne als mit Neo schwimme! Beim Schwimmen kam ich irgendwo im Mittelfeld raus, aber bei mir beginnt das Rennen eh erst immer nachdem ich aufs Rad gestiegen bin – hm…vielleicht liegt da der Fehler begraben? 😉
Vier Runden waren zu absolvieren. Ich hatte keine Ahnung auf welchem Platz ich lag, sodass ich gemäß meiner Wattvorgaben einfach die 83km runtergeradelt bin. Dann nach dem Wechsel auf die Laufstrecke, war mein Coach Tobi Heining an der Strecke und gab mir die ersten Informationen bezüglich der aktuellen Platzierung und meinem Abstand zur führenden Dame. Da es sich um satte 10 Minuten handelte, wusste ich nicht ob ich lachen oder weinen sollte. Dann dachte ich mir – Platz drei sei auch vollkommen in Ordnung, so dass ich mich nicht in Unruhe versetzen lassen habe. Meine größte Angst war natürlich, dass eine schnelle Dame von hinten mich noch überholt und ich sodann auf dem undankbaren 4. Platz landen würde. Die Temperaturen um 30 Grad im Schatten ließen natürlich ihre Auswirkungen auf uns Läufer, so dass auch einige die 20 km gar nicht erst in Ziel liefen. Mir hingegen (obwohl mein Körper die meiste Zeit der Woche auf kühle 22 Grad OP-Temperatur gewöhnt ist) hat die Hitze gar nichts ausgemacht, wobei ich mich doch jedes Mal auf das Durchlaufen der Labestation gefreut habe und Tobi schrie mich verbal nach vorne! Kurz zusammengefasst, litten die anderen beiden Damen scheinbar mehr als ich unter der Hitze so dass ich nach Kilometer 15 nur noch 90 Sekunden Rückstand hatte und ich dann wohl oder über auf das Gaspedal drücken musste. Glücklicherweise hatte ich noch genug Körner um das Tempo dann auch ins Ziel zu tragen und konnte tatsächlich und für mich total überraschen meinen ersten Sieg auf einer Mitteldistanz verzeichnen! Hiermit war ich schon so zufrieden, dass die Zugabe der Teilnahme beim TransVorarlberg Triathlon nur noch zum Austesten meiner Radleistung bestimmt war. Entgegen der Wetterprognose mit 8 Grad und Schneefall für Lech am Arlberg (1440m ü.n.N.) war ich trotzdem voller Wettkampflust und freute mich eigentlich über die 5 Grad mehr im Vergleich zu meiner Teilnahme 2015. Doch wie es immer so ist, das Wetter in den Bergen ist unvorhersehbar und pünktlich zum Start hörte es auf zu regnen und zum Sieleinlauf kam tatsächlich bei 12 Grad die Sonne raus. Aber soweit bin ich noch nicht.
Da der „Trans“ aufgrund seiner 2000hm über 93km auch als Mitteldistanz gilt, ist es bei diesem Wettkampf besonders wichtig seine Kräfte einzuteilen um den Hochtannbergpass auch noch zu bewältigen. Nachdem auch ich mich für die 3,5 h Radfahren etwas wärmer angezogen hatte, habe ich es diesmal geschafft meine vorher berechnete Nahrung auch über die Dauer zu mir zu nehmen, so dass ich dank konservativem Fahrverhalten bis obenhin Spaß hatte und Druck aufs Pedal geben konnte. Doch auch an mir ist die Kälte nicht spurlos vorbeigegangen. Der Wechsel in die Laufschuhe gelang mir zwar zügig, benötigte ich dennoch 8 Km um meinen linken Fuss wieder zu spüren und da war ich dann doch fast schon im Ziel. Zuvor gelang es mir aber trotz meiner bescheidenen Schwimmleistung und mäßigen Radleistung (im Verhältnis zu den vor mir liegenden Damen) das Rennen als 6. Dame zu finishen und durfte mich sogar damit unter die schnellsten Damen während der Siegerehrung reihen!! Damit gelang mir eine Platzierung die ich mir vorab mit der hochrangigen Starterliste niemals erträumt hätte!! Und freut mich tatsächlich genauso sehr wie in Regensburg.
Zusammenfassend muss man sagen, dass trotz der kühlen Temperaturen
das Rennen enormen Charme hat und es zudem eine Herausforderung an Körper und Geist ist. Daher kann ich dieses Rennen nur jedem Triathleten empfehlen, man sollte allerdings zusätzlich noch mindestens eine Nacht im schönen Lech verbringen um den Tag noch in den Lokalitäten ausklingen zu lassen. Ausserdem bietet das Dorf unzählige Berg- und Wandertouren, so dass man doch tatäschlich am nächsten Tag oben auf den Gipfeln die ersten Damen und Herrensieger trifft.
So nun ist mein Rennrad bereits nahe dem Winterschlaf und ich werde erstmal weiterhin die Bücher wälzen, habe ich ja noch einen viel größeren beruflichen „Wettkampf“ jetzt vor mir… Ich wünsche allen nun noch ein erfolgreiches letztes oder vorletztes Wettkampfwochenende! Passt auf euch auf, fahrt mit Köpfchen und riskiert bei nassen Bedingungen nichts – lieber zwei Minuten langsamer als erwartet aber dafür heile, als das Rennen im Sanka beenden!

Ein kurzer Ritt durch 2018

Was bisher so geschah: von Läufen bei Minus 5 Grad, über 200km Einheiten auf Zypern, ein Halbmarathontag in meiner Geburtsstadt an dem meine Nichte gleichzeitig das Licht der Welt erblickte über eine Olympische Distanz mit einem 3,8km Schwimmen in der Elbe bei 13 Grad kalter Außentemperatur…

Mein letzter Bericht ist nun schon eine Weile her. Warum eigentlich. Manchmal ist man sich nicht sicher wie sehr eigentlich die Welt da draußen – also ihr – an meinen Gedanken überhaupt interessiert seid. Reichen die kurzen Hashtags und die Ergebnislisten im Netz oder ist es vielleicht doch interessant noch ein paar persönliche Gedanken zu erfahren?
Nun ja…das letzte halbe Jahr ging nicht spurlos an mir vorbei, denn je weiter man sich beruflich entwickelt und die Karriereleiter nach oben kraxelt, desto anspruchsvoller wird der Alltag, desto mehr Gedanken drehen sich am Abend oder am Wochenende im Kopf und meist rückt dann der Sport weit weit in den Hintergrund. Ich denke für uns alle ist dieses Hobby eine Art „Flucht“ aus dem Alltag – kurz mal „weg sein“ in seiner eigenen kleinen Vereins- und Sportsfreundewelt abtauchen – das tut gut und das lenkt ab, aber leider wacht man doch jeden morgen wieder auf und merkt schnell wieder, dass das wahre Leben anders tickt als der Sekundenzeiger auf der Garmin. Wie dem auch sei versuche ich mir trotzdem meine kurze Zeit am Tag für mich nicht nehmen zu lassen, aber das ist vielleicht der Grund, dass ich bisher noch nicht so extrem viel geschrieben hab. Dabei gab es doch bereits einige schöne sportliche Momente bisher. Denn ich bin dieses Jahr das erste Mal die legendäre Winterlaufserie in Ismaning mitgelaufen und habe diese sogar nach 3 Läufen als Gesamt 2. Frau beenden können. Das war bereits eine gute und teils der Witterungen geschuldet eine harte Vorbereitung auf die Deutschen Meisterschaften im Halbmarathon in Hannover, die ich mit einer sehr guten Zeit trotz unnatürlich warmen Apriltemperaturen in 1:23:13 (also nur 20 Sekunden über meiner PB) finishen konnte, aber ich war so beflügelt, also ich 2h vor Start erfuhr dass meine Nichte auf die Welt gekommen ist.

Ein paar Wochen später folgte auch schon der erste Duathlon in diesem Jahr. Ach zuvor natürlich noch das legendäre 2-wöchige Trainingslager rund um Michael Krell und seinen Jungs und Mädels auf Zypern, welches mir wieder gezeigt hat wieviel Spaß mir dieser Sport doch macht. UND das Triathlon auch wider manche Meinung und Verhalten auch ein Teamsport sein kann!

Zurück zu den Bayerischen Meisterschaften im Duathlon in Krailling: diese konnte ich als Vizemeisterin gesamt und Meisterin in meiner AK beenden.
Danach folgte dann aber das 1. richtige Triathlon Highlight dieses Jahr. Die erste Mitteldistanz in St. Pölten. Wie immer mit ziemlich viel Respekt bin ich ins schöne Niederösterreich gereist. Das Wetter zeigte wie schon so oft dieses Jahr mit hochsommerlichen Temperaturen, was bei einem Start um 7:00 auch recht angenehm war – noch. Beflügelt von der extrem schönen Radstrecke konnte ich für mich recht starke Wattwerte über die 90 km treten. Die NP war bei 203 Watt (meine FTP war 219 für alle Zahlenfreaks von uns ;-)). Und dass folglich der anschließende Lauf etwas anstrengender wurde, ist in Nachhinein auch verständlich. Zudem musste man in der Mittagshitze auch bei jeder Verpflegungsstrecke zum Trinken das Tempo rausnehmen. Wie dem auch sei, trotz langem Zweifeln ob ich im Mai überhaupt schon eine Mitteldistanz absolvieren könnte, war ich dann mit einem 2. AK Platz und als 8 Nicht-Profi Frau auch zufrieden. Man (bzw. ich selbst) darf nicht vergessen, dass ich maximal 1x am Tag trainieren kann und dann auch keine 3h Einheiten absolviere, sondern maximal 90 Minuten. Ich außerdem noch immer am Wochenenden und auch nachts arbeiten muss…Sicher ist meine Radperformance (vom Schwimmen muss man gar nicht erst sprechen) noch ausbaufähig, aber ich schaff es einfach nicht noch mehr Zeit im Sattel zu verbringen…wobei ich teilweise schon neidisch zu den Konkurrentinnen schiele, die Wochenendeinheiten regelmäßig von über 150km machen…Da machen es Kanäle wie „Strava“ und „Instagram“ natürlich nicht einfacher zufrieden mit dem eigenen Training zu sein, weil zumindest ich immer das Gefühl habe, alle anderen trainieren viel mehr und gescheiter als ich ;-(.

ich habe bis jetzt noch keine vernünftige Lösung gefunden, wie einen das nicht taktieren soll…wenn jemand einen Tipp hat – gerne PN an mich!

Nun ja um den Abschluss zu finden…so reiste ich für meinen 2. Triathlon dieses Jahr nach Dresden. Warum dieser Aufwand? Weil genau dort die legendären Deutschen Meisterschaften der Ärzte und Apotheker dieses Jahr stattfanden. Außerdem reizen mich immer wieder mal neue Wettkampforte – bin ich nach mehr als zweimaliger Wiederholungen schon meist gelangweilt von den Strecken. Das bisher so unglaublich konstante Sommerwetter legte leider für exakt 48 Stunden – genau wie mein sonst so unverletzbares Immunsystem – eine kleine Pause ein. Etwas angeschlagen und gegen den Widerstand meiner Familie sprang ich bei 13 Grad Außdentemperatur gemeinsam mit Yvonne van Vlerken, Per Bittner, Marcus Herbst und Christian Kramer in die Elbe und ließ mich 30 Minuten entlang der Strömung zum Schwimmaussteig treiben. Jetzt hieß es schnell Weste überziehen, damit ich noch irgendwas gegen mein schlechtes Gewissen getan habe und dann auf einer 6,6km Runde treten was das Zeug hält. Leider war der Wind auf der Hälfte der Strecke (also 3,3km) so präsent, dass man hier ganz schön viele Körner ließ und die Angriffslust trotz Titelverteidigung etwas verweht wurde, aber dann halb erfroren schlüpfte ich selbstverständlich in die Laufschuhe und versuchte nur noch so schnell wie möglich die 10km zu absolvieren und unter die heiße Dusche zu kommen. Dass es mir trotz meiner Erkältung noch gelang den 3. Gesamtplatz zu erkämpfen und Meisterin der Ärzte und Apotheker zu werden, war eine verdiente Belohnung.

Leider zahlte es mir mein Körper heim, dass ich so unvernünftig und entgegen der Empfehlungen handelte, denn seit Sonntagabend sind Nasenspray, Ibu und Taschentücher meine ständigen Begleiter. Aber Schmerz geht und Stolz bleibt! Einmal darf auch ich egoistisch sein! In diesem Sinne allen Wettkämpfern eine erfolgreiche, verletzungsfreie und gesunde Saison und schaut nicht auf die anderen Trainingseinheiten – jeder braucht andere Einheiten und hat andere Bedürfnisse – viel hilft nicht immer viel ;-D
Eure Elli

Harte Arbeit zahlt sich aus

Sicher kennt jeder seine stillen Träume bezüglich sportlicher Erfolge. Auf der einen Seite scheinen sie doch immer irgendwie realistisch und fragt man Kameraden so stimmen diese dem Vorhaben auch motivierend zu „das solltest du locker schaffen“…auf der anderen Seite macht einem die Uhr doch so oft einen Strich durch die Rechnung. Sicher findet man immer die eine oder andere Begründung warum es diesmal mit der Zielzeit oder Platzierung geklappt hat. Genauso ging es mir 4 Jahre und 6 Halbmarathons lang. Immer wollte ich die 4:00er Pace knacken (Zielzeit 1:24:18). Und jedes Mal habe ich gemeint es schaffen zu können. Vergeblich. Manchmal knapp (1:25:48) , manchmal weit 1:29:58 verfehlt. Anscheinend war ich nie ehrlich mir selbst gegenüber und hab meine vorherigen Trainingsresultate nicht vernünftig analysiert, denn sonst wäre ich dann vielleicht nicht immer so maximal enttäuscht aus den Rennen gegangen und hätte den HM nicht als so eine qualvolle Strecke im Gedächtnis behalten. Genau zu dem wird er aber, wenn man viel zu – nennen wir es mal – „ehrgeizig“ die ersten 10 Kilometer absolviert. Fühlt es sich doch so „locker“ an. Aber dann spätestens bei Kilometer 13 muss man dem zu hohen Anfangstempo Tribut zollen. Dieses Jahr sollte alles anders werden. Angefangen damit, dass ich bei keinem meiner Wettkämpfe mehr irgendwelche großen Zielvorstellungen hatte. Weder beim Triathlon noch beim Laufen. Nein fangen wir noch eine Stufe niedriger an. Bereits im Training. Da ich keinen Trainer mehr hatte, hatte ich auch keine Trainingsvorgaben. Für den Einen mag das vielleicht komisch klingen, wenn man keine Vorgabe über die zubringende Leistung hat, für mich war das aber eher entspannend, denn beim Training mich zu motivieren oder mich zu „quälen“ stellte nie ein Problem dar. Vielmehr habe ich mich (vor allem beim Rad) eher auf mein Gefühl verlassen, anstatt auf die errechnete FTP. Und beim Laufen bin ich immer in meiner zugeteilten Leistungsgruppe mitgelaufen und hier musste ich mir erst recht vorab und währenddessen keine Gedanken über das Tempo machen, denn entweder ich konnte das vorgegebene mitlaufen, musste abreißen lassen oder hatte für die letzten Intervalle noch genug Luft etwas progressiv das Training zu beenden. Ob das der Schlüssel für Erfolg des Wettkampfs vom vergangenen Sonntag war, weiß ich nicht. Das sind auf jeden Fall die Dinge, die ich dieses Jahr mal anders gemacht habe. Natürlich hat es sich in den wöchentlichen Intervalltrainings bereits abgezeichnet, dass mir schnelle Tempi auf der Bahn immer leichter fielen, aber auch das ist kein Garant für einen schnellen Halbmarathon. Meines Erachtens ist es das kontinuierliche Training in der Gruppe unter Anleitung welches beim Laufen immer noch die größten Erfolge bringt. Aber nicht nur Erfolge, sondern auch Spaß. Und das ist worauf es ja letztlich ankommt. Und Spaß hatte ich auch beim Halbmarathon auf der Strecke von Lindau nach Bregenz, vielleicht nicht zwischen Kilometer 12 und 18, aber davor und danach  immerhin.

Denn jeder Wettkampf hat seine schwereren Phasen, aber hier ist es wichtig sich selbst zu kennen und zu motivieren, in meinem Fall, dass ein Tempo von 3:55 z. B. auch nach 18 Kilometern noch „irgendwie gehen muss“. Und genau so war es auch. Die ersten 10 Kilometer lief ich vielleicht etwas zu beherzt an, jedoch nicht zu arg, dass ein extremer Einbruch folgten musste, wobei die 2. Hälfte natürlich etwas langsamer als die erste war. Wie dem auch sei. Ich freu mich über meine persönliche Bestleistung von 1:22:58 und einem 2. Platz der Gesamtwertung.

Meine Erkenntnis aus dem Resultat ist, dass man immer realistische Ziele haben sollte, es gibt genug Hinweise während des Trainings für eine Einschätzung, denn nur so kann man Frustration vorbeugen – ich weiß, jetzt hab’ ich gut reden nach meinem 7.HM – bei dem es nun endlich geklappt hat…
Und noch etwas: Hochzeiten, Kongresse und Oktoberfeste sind wider Erwarten der Leistung nicht hinderlich ;-)! Wichtig ist genug Schlafen im Anschluss! Nachdem ich für das Jahr 2017 keine sportlichen Ziele mehr habe, werde ich mich, wie soll es auch anders ein, den kommenden beruflichen Herausforderungen stellen – harte Arbeit zahlt sich ja bekanntlich aus! 

Er ist vorbei – mein Rennbericht des Ironman 70.3

Nachdem das Jahr etwas holperig gestartet ist, und die ersten Rennen nicht wirklich zufriedenstellend waren, habe ich einige Dinge geändert. Zum einen habe ich das Training mehr nach meinem Arbeitsalltag angepasst, da ich mein Trainig nun wieder selbst steuere, und habe zudem geschaut, dass ich regelmäßig zumindest einmal zum Bahntraining meines Leichtathletikvereins gehe. Zusätzlich habe ich nochmal eine Blutanalyse gemacht und auch hier gab es Aufschluss auf die mangelnde Energie – denn es zeigte sich ich eine Eisenmangelanämie mit dem man so eigentlich keine Wettkämpfe bestreiten solle. Also hieß es ab sofort Eisen zu substituieren. Das tat ich auch ganz brav und siehe da – 8 Wochen später präsentierte ich ein super Blutbild und genauso fühlte ich mich auch. Zeigen konnte ich das beim Sprinttriathlons am Ammersee. Endlich wieder Energie, vor allem beim Radfahren. Daher traf ich auch erst dann – also relativ spät – die Entscheidung zur Anmeldung des 70.3 in Zell am See. Das stellte sich dann nach dem gestrigen Tag als eine gute Entscheidung dar.

Vor einem wichtigen Wettkampf versuche ich wenigstens einmal im Jahr mir ein paar Tage Urlaub vorab zu nehmen und den Stress so gering wie möglich zu halten. Daher sind wir bereits am Mittwochnachmittag nach meinem letzten Nachtdienst nach Fieberbrunn angereist. Da ich bereits im letzten Jahr beim 70.3 teilnahm, kannte ich Strecke, Parkplätze und Abläufe schon. Das entspannt nicht nur das Gemüt sondern auch das Zeitmanagement. Donnerstag also die Schwimmstrecke abgeschwommen. Freitag nochmal das Wasser getestet, da sich der See am Donnerstag rauer präsentierte, als ich es in Erinnerung hatte und somit durch das unruhige Wasser für mich das Schwimmen eher wieder zur Angstdisziplin wurde. Also gleich am nächsten Tag nochmal rein – hilft ja nichts – und plötzlich lief es wie geschmiert. Gut – somit die erste Angst genommen. Dann die Radstrecke mit dem Auto auch nochmal abgefahren, da die Erinnerung vom letzten Jahr an die Steigung nicht mehr so ganz präsent war. Im Auto wirkt die Strecke tatsächlich unendlich. Also der nächste Angstfaktor. Plan: am nächsten Tag nochmal mit dem Auto abfahren  und auch hier wars beim zweiten Mal gar nicht mehr so schlimm. Die Laufstrecke zu testen ersparte ich mir – wusste ich doch, dass die ohnehin immer recht schmerzhaft werden würde.

Samstag verlief dann, mit Ausnahme von mechanischen Probleme am Hinterrad, eigentlich alles ganz entspannt. Also Rad war eingecheckt – und ich versuchte mich einfach nur noch auf das Rennen zu freuen. Zudem fühlte ich mich aufgrund der zwei Tage Urlaub vorab und des deutlich reduzierten Trainings total energiegeladen und hatte einfach nur Lust auf die fünf Stunden Gas geben. So entspannt für meine Verhältnisse war ich selten an einem Rennmorgen. Dies war vor allem aufgrund der lieben Zusprüche am Vortag – DANKE dafür – Nun war es Sonntagmorgen.

Aufgrund des guten Zeitmanagements, waren wir extrem früh am Start und hatten genug Zeit für Einlaufen, Radcheck, Neo anziehen und was Frau sonst noch vor Startschuss machen muss – Rollingstart – genau mein Ding. Ich fand auch tatsächlich endlich mal Füße vor mir, hinter denen ich herschwimmen wollte. Es hat sogar beinahe Spaß gemacht das Schwimmen – ein ganz neues Gefühl. Dann ab aufs Rad. Hier hatte ich aufgrund der technischen Probleme des Laufrades etwas Sorge, heile über die 90km zu kommen, aber glücklicherweise hielt das Rad und ich versuchte das „Knarzen“ einfach zu ignorieren. Der Berg, vor jenem ich doch so viel Respekt hatte (war es doch sicher schon 3 Monate her, dass ich mal 14 km am Stück bergan gefahren bin) ging extrem schnell vorbei und mein Puls auf gar nicht so hoch hinaus, dass ich eher befürchtete zu wenig Druck aufzubringen und wieder in ein „Genussradeln“ zu verfallen, aber ich dachte dann „alle Körner, die ich hier spare, kann ich bei 21km noch verballern“. Auf der flachen Strecke nach dem Berg gab es quasi 50km zur „Erholung“ – so habe ich versucht in meinem angepeilten Wattbereich zu fahren, doch bei Km 70 meldete sich plötzlich mein Oberschenkelbeuger und so musste ich die letzten 20km ca. 20 Watt „rausnehmen“…sowas ist mir auch noch nie passiert. Anyway. Dann schnell in die Laufschuhe gewechselt und weiter gings. Da ich relativ viel „Schnelles“ auf der Bahn trainiert, hätte eine Pace von über 4 Minuten eigentlich nicht allzu anstrengend sein dürfen. Und genauso war es …anfangs… vermutlich wie bei allen anderen Athleten. Die ersten 10km verliefen super und dann wurde es immer mühsamer. Da ich aufgrund des Rollingstarts keine Ahnung hatte auf welchem Platz ich lag, hab ich einfach versucht, ohne mich von den eigenen Gedanken der Erschöpfung ablenken zu lassen, auf dem Tempo zu bleiben – was natürlich in der zweiten Runde nicht so klappte, wie in der Ersten, aber dennoch konnte ich das Tempo bis ins Ziel relativ konstant halten. Und so wurde ich tatsächlich belohnt mit dem 11. Gesamtplatz (hinter 7 Profidamen von insgesamt 10) und dem Sieg meiner Altersklasse. Von besonders großer Bedeutung bei dem Rennen war diesmal, dass meine Familie mit dabei war und mich tatkräftig unterstützt hat. Somit kann jetzt eine Woche Tirolurlaub beginnen und ich bin mehr als dankbar für diesen perfekten Renntag als Abschluss der Saison 2017.

34. Leipziger Triathlon – DM der Ärzte und Apotheker

Letztes Wochenende fanden im Rahmen des 34. Leipziger Triathlons die Deutschen Meisterschaften der Ärzte und Apotheker statt, die für mich – mit dem Deutschen Meister Titel  – sehr erfolgreich ausgingen. Einen schönen Rennbericht findet ihr auf der Website des MRRCs. Ergebnisse findet ihr auf der Website des Veranstalters: www.leipziger-triathlon.de oder in meiner Ergebnis-Rubrik. Anbei noch ein paar Impressionen.

Zeit zum analysieren… ein Versuch…

Nun ist schon wieder eine Ewigkeit vergangen, seit meinem letzten Eintrag, aber dieses Jahr haben sich einfach die Prioritäten noch mehr zugunsten der Karriere in der Klinik entwickelt, als noch mehr Energie und Aufwand in meinen so geliebten Sport zu investieren. Ich bin nun im letzten Jahr meines Facharztes zum Plastischen Chirurgen angelangt. Langsam wird es ernst. Die Erwartungen an einer Uniklinik sind nicht leicht zu erfüllen, all diejenigen, all diejenigen, die mit im Boot sitzen, und die anderen Chirurgen können sich wahrscheinlich auch vorstellen was ein Universitätsprofessor von seinen Angestellten erwartet – zu recht. Ist es doch meine eigene Entscheidung wo ich arbeite. Und die Entscheidung an einer Uni zu bleiben beinhaltet eben auch das „kleine“ bisschen an MEHR. MEHR bedeutet nicht zwischen 7 und 18 Uhr, sondern „Mehr“ bedeutet eben mehr im Sinne von Forschung im Labor oder in der Klinik. Der Spruch „Karriere wird nach 18 Uhr gemacht“ – kommt ja nicht von ungefähr…

Gut das war die Einleitung für einen etwas nachdenklichen Blogeintrag, der nun folgt… Und ich freu mich über Rückmeldung, Anregungen, Ratschläge und Empfehlungen  – denn derzeit bin ich etwas ratlos.

Fünfeinhalb Jahre habe ich nun schon hinter mir und versuche den Spagat zwischen Chirurgie und Triathlon hinzubekommen. Ehrlicherweise ging es auch ziemlich gut die letzten Jahre, so dass es keinen Grund gab etwas zu ändern. Aber bereits Ende des letzten (sehr erfolgreichen) Triathlonjahres (Sieg in Saalfelden beim 111er, Deutsche Meisterin der Ärzte und Apotheker, Sieg beim Powerman in Ulm und noch ein paar andere sehr gute Top 3 Platzierungen (wie z. B. in Erding letztes Jahr)) habe ich gemerkt, dass es mir nicht mehr möglich ist Leistung bei einem lang geplanten Wettkampf (z. B. beim Halbmarathon auf Mallorca) auf den Punkt abzurufen. Ich bin teilweise Freitagabends bei einem 10k TDL schneller bzw. gleichschnell gelaufen wie bei einem 10km Laufwettkampf. Diese wenigen Ereignisse haben im ersten Moment zur maximalen Enttäuschung geführt und in weiterer Folge auch zu einer Unzufriedenheit, die mich zum Nachdenken bewegt hat. Fragen wie „warum mache ich das hier freiwillig“ – insbesondere nach einer mega-harten Arbeitswoche nach der ich Freitag abends einfach nur noch total kaputt um 23:30 ins Bett falle um das Schlafdefizit nachzuholen, welches ich mir durch „fünf Tage in Folge 6h30 Schlaf“ eingefahren habe. An einem freien Wochenende (was ja auch nur jedes 2. Wochenende vorkommt) also noch schnell einen Wettkampf. Dabei geht meine Energie bereits hauptsächlich in die Aufgabe jeden Tag im OP den Patienten, meinen Oberärzten und – allen voran – meinem Chef zu beweisen, dass ich die Stelle verdient habe, und darin mich täglich zu bemühen es allen recht zu machen und vor allem maximale Konzentration im OP mit maximalen handwerklichem Geschick zu leisten. Teilweise habe ich nach einer 3-stündigen OP mehr Hunger, als wenn ich einen 20km Dauerlauf gemacht habe. Das Alles sollte mir zu denken geben, wenn man 5 Tage „Wettkampf“ im übertragenden Sinne hat, ob es dann überhaupt noch einen „echten Wettkampf“ , für den ich auch noch Geld bezahle, braucht? JA das brauche ich. Aber nur unter der Prämisse, dass ich im Anschluss zufrieden nach hause gehe. Mit einem Lächeln ins Ziel komme und stolz bin auf das was ich geleistet habe. Aber eben dies habe ich im Jahr 2017 noch nicht ein einziges Mal verspürt. Mein Entschluss das Training seit März nun etwas entspannter angehen zu lassen und je nach Klinikalltag eben mehr oder weniger intensiv zu trainieren, lässt mich sicher den Alltag etwas entspannter erleben, aber ist das tatsächlich der Grund für die mangelnden Erfolge am Wettkampftag? Schließlich habe ich trotzdem weiterhin trainiert. Und auch genug „harte“ Einheiten gemacht (zumindest was das Laufen anbelangt). Irgendwie habe ich das Gefühl einfach den Kampfgeist total verloren zu haben über die fünfeinhalb Jahre. Dieses Quäntchen sich schinden …ist derzeit nicht mehr abrufbar. Vielleicht liegt es daran, dass ich die Last auf den Schultern exponentiell zugenommen hat in meiner Laufbahn als Chirurgin, die Dienste noch anspruchsvoller werden, weil ich mittlerweile nach den Oberärzten die „Älteste“ bin und nicht mehr zum Hakenhalten da bin. Und auch nachts sehr wichtige Entscheidungen selbst treffen muss. Zudem noch die Nachtschichten in der Notaufnahme, die ich niemandem wünsche. Die letzte z. B. vergangenen Freitag, von 16:30 bis 9:00 – es sind übrigens alle mal herzlich dazu eingeladen das mal mitzumachen ;-). Sicher denken jetzt viele warum mir das jetzt erst auffällt und das es (wie oben beschrieben) ja meine freie Entscheidung war bzw. ist. Und JA das ist es auch. Und genau deshalb habe ich auch entschieden mein Training und die Wettkämpfe zu reduzieren um mich nicht vollkommen ins Abseits zu katapultieren. Und ich liebe meinen Beruf und der Alltag macht – trotz der Strapazen der langen OPs und Kliniktage – riesig Spaß. Dennoch bin ich irgendwie enttäuscht von mir selber, dass mir der „Wums“ in den Beinen fehlt und der „Wettkampfmodus“ verlorengegangen ist. Und das ist leider kein Gefühl, sondern wissenschaftlich durch die netten Wattwerte an den Pedalen bewiesen – hat eben alles seine Vor– und Nachteile ;-).

Naja nun sitze ich hier um 23:30 hellwach. Und bin nicht sicher wofür diese langen Wettkampftage und der damit verbundene Aufwand noch gut sind. Früher haben die Wettkämpfe mich beflügelt und mir positive Energie für den krassen Kontrast zum Arbeitsalltag gegeben. Jetzt bin ich traurig und unzufrieden… Nicht mit einer Platzierung per se, sondern mit den schwachen Performance meinerseits im Vergleich zu dem was ich schon mal abrufen konnte… Mal schauen. Vermutlich ist das nur eine Phase und mit dem nächsten Erfolg – wann auch immer das ist – vielleicht bei meinem Vortrag am Freitag in Budapest bei dem europäischen Handkongress *g – sieht die Welt schon wieder anders aus, aber heute ist es nun so. Eine Mission habe ich auf jeden Fall noch – als nächstes kommen die Meisterschaften der Ärzte und Apotheker. Und im Anhang noch ein paar Fotos von heute – einem top organisiertem Wettkampf mit tollen Einzelstrecken (bis auf die Radstrecke, die teilweise mal wieder zum nicht „fairen“ Fahren ausgenutzt wurde…) …See you next year?!

Frühlingsemotionen

Nachdem mein letzter Eintrag eine gefühlte Ewigkeit her ist, ist es mal wieder an der Zeit zu berichten was ich so getrieben habe die letzten Monate. Alle die mich kennen werden sich sicher denken können, dass ich NICHT auf der faulen Haut herum lag, sondern vermutlich wie immer das Uhrwerk weiter hab ticken lassen. Meinem Empfinden nach war die Triathlon-Saison 2016 recht erfolgreich, und Erfolg macht süchtig, so konnte ich es nicht lassen zum krönenden Abschluss noch einen Halbmarathon auf Mallorca zu buchen. Um ehrlich zu sein war das auch keine spontane Idee, sondern schon im Rahmen eines Kurztrips im Mai geplant worden. Mein unstillbarer Durst nach Wettkämpfen und konzipiertem Training drängte mich eben dazu immer weiter zu machen. Die Saisonpause verkürzt, so wie ich es wollte, bin ich dann schnell wieder ins Lauftraining eingestiegen. Es lief eigentlich alles (sogar besser) nach Plan. Doch trotz bester Bedingungen, Anreise, tollem Hotel, astreinem Wetter und Stimmung – ok die Strecke war knallhart – war für mich nach guten 5km das Rennen schon beendet. Nein ich habe das Rennen nicht abgebrochen, aber innerlich den Wettkampf nur noch als Dauerlauf mit einer Herzfrequenz nicht über 180 bestritten. Und zum krönenden Abschluss eine knapp 90-minütigen Qual (immerhin blieb ich noch unter dieser Marke) habe ich mich nochmal langgemacht in den Gassen von Palma. Nein das war nicht das erhoffte Ergebnis wofür ich so ehrgeizig trainiert habe. Aber ich bin kein Kind von Traurigkeit und Tränen sind schnell getrocknet (danke Marco)  – zurück im Alltag war das Drama von Mallorca auch schnell wieder vergessen und die nächste Reise dorthin für März 2017 schon gebucht. Verbinde ich doch zu viele schöne Momente mit dieser Insel. Nun was macht man dann? Saison zu Ende, Ziel nicht erreicht. Analyse. Ganz klar – zunächst wissenschaftlich mittels einer Leistungsdiagnostik und dann aber auch eine mentale Analyse. Training und Wettkampfperformance passten nicht zusammen. Und ja ich geb‘ es zu – ich war irgendwie nicht mehr in der Lage am Tag X zu kämpfen. Die Luft war raus. Viele Dinge beschäftigten mich und die klinische Arbeit hat mich im letzten Jahr sowohl körperlich als auch psychisch mehr beansprucht als ich es wahrhaben wollte. Ich war einfach erschöpft von den hohen Zielen, die ich mir vor allem selbst gesetzt habe. Zusätzlich der Druck von oben – dann die mangelnde Erfolge in meinem ach-so-geliebten Hobby. Da muss man kurz mal auf „Pause“ drücken. Entscheidung – keine Wettkämpfe bis Silvester. Fokus nur auf Arbeit und Training. Wieder Selbstvertrauen gewinnen. So vergingen die Tage und Wochen. Dann hatte ich mich so auf einen Wettkampf im Rahmen eines Silvesterlauf gefreut  – und was war? Ein fieser Noro Virus knockte mich komplett aus. Dann der nächste Lichtblick – Eine Woche nach Fuerteventura zum trainieren und entspannen in der Sonne. Wie gut das tat. Die Trainingseinheiten sind zurzeit vor allem aufs Laufen ausgelegt – ach ja und aufs schwimmen. Hier haben wir uns seit Oktober vor allem auf die Technik konzentriert. Ein paar extra Trainingseinheiten unter der Leitung von Tom Stecher (www.viellehner-running.de) in Burghausen haben ihren Beitrag geleistet. Denn auch hier haben mich im vergangenen Jahr die meisten Einheiten und die Wettkampfresultate mehr frustriert als dass ich daran Spaß gefunden hab. Aber dafür hat man ja einen Trainer Team (danke an eure Geduld liebe Julia und Tom!) , die einen auch in diesen Phasen betreuen und gezielt versuchen die Schwächen anzugehen. Wichtig dabei: Lockerlassen. Uhr weg. Sowohl beim Laufen als auch bei Schwimmen. Nun ist das Jahr 2017 bereits in vollem Gange und die Saison steht vor der Tür.  Bisher war ich bis auf ein Mitbringsel aus dem Trainingslager (mein rechter Unterschenkel bzw. die Knochenhaut will tatsächlich nicht mehr als 70km die Woche laufen) verschont von Verletzungen und das soll auch so bleiben. Beim Schwimmen haben wir uns vor allem auf die Frequenz konzentriert und ich schwimme nun häufig mit einem Metronom – kenne ich noch allzu gut aus meinen Geigenunterrichtsstunden von früher. Hier hat sich jetzt schon in kürzester Zeit ein flüssigerer Stil gezeigt. Mal schauen ob ich das bei den Wettkämpfen dann auch so umsetzen kann. Um nicht zu viel Zeit indoor auf dem Rad zu sitzen und den traumhaften schneereichen Winter auch zu nutzen – hab‘ ich je nach Dienst am Wochenende auch mal die Skatingski rausgeholt. Ich bin fest der Überzeugung, dass diese Ausdauereinheit der Seele und den Beinen gut tut.

Was kommt jetzt in 2017?

Laufen wird wie jedes Jahr der erste Höhepunkt sein – na klar wo sonst – in Berlin und dann folgen ein bis zwei Duathlons, um die Laufperformance noch mitzunehmen und dann geht’s nochmal in den Triathlonzirkus. Zuvor werde ich noch die optimalen Trainingsbedingungen auf Mallorca ausnutzen und für 12 Tage im März auf die Insel fliegen. Um die Zeit auch ein wenig als „Auszeit“ zu nutzen, schließe ich mich keiner Gruppe an, sondern verbringe die Zeit dort zusammen mit Marco und einem guten Freund gemeinsam. So kann ich das Training individuell auf meine Bedürfnisse anpassen und bei Bedarf gegebenenfalls noch umplanen, sollte es doch mal regnen. Wovon ich aber natürlich nicht ausgehe 😉  Ich hoffe, dass ich dieses Jahr wieder die Kraft finde, im Wettkampf das umzusetzen was ich trainiert habe und dass ich dadurch auch wiederum die gewonnene Lebensenergie in meinem Beruf umsetzen kann.  Nun bin ich gespannt was ich bei meinem ersten 10km Lauf dieses Jahr für eine Zeit laufen kann. Ich werde berichten.